Zschochersche Straße

Die Zschochersche Straße ist eine wichtige Verbindungsstraße im Leipziger Südwesten (Ortsteile Altlindenau [Hausnummern 1–1d und 2a–2d, Lindenau [Hausnummern 3–21 und 4–14] und Plagwitz [Hausnummern 23–105 und 16–94], Gemarkungen Lindenau [Hausnummern 1 und 2–10], Plagwitz [Hausnummern 9–79 und 12–74] und Klein­zscho­cher [Hausnummern 79A–105 und 76–94]). Sie hat den amtlichen Straßenschlüssel 05003.

Die 2 032 Meter lange Straße beginnt am West-Ende der Jahn­allee (Gemarkung Lindenau, Ortsteil Altlindenau) und führt mit einigen Kurven in südliche Richtung, nimmt dabei einen von Osten kommenden Arm der Luppenstraße auf, überquert auf der Gasthofbrücke die Luppe, nimmt die von Westen kommende Dreilindenstraße auf, kreuzt eine mehrspurige Hauptverkehrsstraße (nach Westen als Lützner Straße, nach Osten Bowmanstraße, hier verläuft auch die Ortsteilgrenze zu Lindenau), nimmt dann die von Südwesten kommende Felsenkellerstraße und die von Südosten kommende Erich-Zeigner-Allee auf, kreuzt die Gemarkungsgrenze zu Plagwitz und führt weiter nach Süden bis zum »Felsenkeller«, wo sie mit der Karl-Heine-Straße auch die Ortsteilgrenze zu Plagwitz überquert.

Vom »Felsenkeller« führt die Straße geradlinig in südliche Richtung, nimmt die von Osten kommende Rudolph-Sack-Straße (ursprünglich »Friedrichstraße«, später »Fröbelstraße«) auf, kreuzt die Weißenfelser Straße (hier ursprünglich »Schulstraße«), nimmt die von Osten kommenden Amalienstraße und Schmiedestraße auf, kreuzt die Lauchstädter Straße und nimmt die nach Westen führende Merseburger Straße auf, überquert auf der König-Johann-Brücke den Karl-Heine-Kanal, kreuzt die Industriestraße und nimmt die von Osten kommende Eduardstraße sowie die nach Westen führende Naumburger Straße auf. Die Gemarkungsgrenze zu Klein­zscho­cher verläuft am westlichen Straßenrand zwischen den Grundstücken Zschochersche Straße 74 und 76, dann ca. 90 Meter in Straßenmitte, bis sie am östlichen Straßenrand zwischen den zwei Industrie­grund­stücken 79 und 79A nach Osten führt.

In Kleinzschocher nimmt die Zschochersche Straße die nach Westen führende Mark­ran­städter Straße auf, kreuzt die Limburgerstraße und mündet am »Adler« schließlich auf die Antonienstraße (in Höhe der Einmündungen der von Südwesten kommenden Dieskaustraße und der von Südosten kommenden Windorfer Straße).

Die geradzahligen Hausnummern befinden sich auf der westlichen Straßenseite. Seit dem 1. Juli 1993 gehört die Straße zum Postleitbezirk 04229.

Die Zschochersche Straße folgt dem Verlauf der alten Landstraße von Lindenau nach Südwesten, die westlich an den Ortskernen von Plagwitz und Klein­zscho­cher vorbeiführte. Der Abschnitt nördlich der Felsenkellerstraße gehörte schon zur mittelalterlichen via regia.

Seit dem Jahr 1897 führt die Klein­zscho­cher­sche Straßenbahntrasse durch die Straße.

Abschnitte der heutigen Zschocherschen Straße hießen um 1900 in Lindenau Oststraße (Oſtſtraße)?, in Plagwitz Zschochersche Straße (Zſchocherſche Straße, als Richtungsstraße; nach der Gemeinde Klein­zscho­cher) und in Klein­zscho­cher Plagwitzer Straße (Plagwitzer Straße, als Richtungsstraße; nach der Gemeinde Plagwitz).

Im Jahr 1904 wurde der Klein­zscho­cher­sche Abschnitt mit zur Zschocherschen Straße gezogen. Der Abschnitt nördlich der Einmündung der Lützner Straße gehörte zunächst mit zur Frankfurter Straße.

Im Jahr 1918 und von 1922 bis 1944 wurde in den Westendhallen auf dem Grundstück mit den Hausnummern 39/41 das Kino Westend-Lichtspiele betrieben.

Am 11.12.1929 wurde auf dem Grundstück mit der Hausnummer 14a die IV. Städtische Bücherhalle Leipzig-Plagwitz (seit 1977: Georg-Maurer-Bibliothek) eröffnet.

Am 1. August 1945 wurde die Zschochersche Straße (südlich der Lützner Straße) mit sofortiger Wirkung in Carl-Goerdeler-Straße umbenannt (nach dem ehemaligen Oberbürgermeister von Leipzig Carl Goerdeler, 1884–1945).

Im Jahr 1950 wurde das Teilstück der Frankfurter Straße zwischen Lützner Straße und Angerbrücke mit zur Carl-Goerdeler-Straße gezogen.

Im Jahr 1953 wurde die Carl-Goerdeler-Straße in Philipp-Müller-Straße umbenannt (nach Philipp Müller, 1931–1952).

Am 19. November 1991 wurde beschlossen, die Philipp-Müller-Straße mit Wirkung vom 1. Januar 1992 wieder in Zschochersche Straße rückzubenennen.

Seit dem 1. April 1995 gehören die Grundstücke auf der Westseite der Zschocherschen Straße im Abschnitt zwischen Lützner Straße und Naumburger Straße (Hausnummern 4 bis 70) zum Sanierungsgebiet Plagwitz.

Seit dem 10. Dezember 2003 liegen die Grundstücke auf der Ostseite nördlich der Industriestraße (Hausnummern 1–61) sowie auf der Westseite die Nummern 2–2d zum Sanierungs­gebiet Lindenau II.

Der Mietspiegel 2016 teilt die Zschochersche Straße in zwei Bereiche: die Hausnummern 1B–21, 79–79E, 2A—48B und 74–84A gelten als »einfache Wohnlage«, während die Hausnummern 23–71, 81–105, 50—70 und 86–94 als »mitt­lere Wohnlage« eingestuft werden.

siehe auch: Erich-Zeigner-Haus | Felsenkeller

Quellen

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