Ein auffallendes Merkmal bei der Vergabe von Straßennamen in Leipzig scheint zu sein, dass, wenn ein einmal aufgegebener Straßenname doch wieder vergeben werden soll, auf eventuell mögliche Rückbenennungen lieber verzichtet wird und statt dessen das Wandern von Straßennamen quer durch die Stadt bevorzugt wird.
Hierfür gibt es zahlreiche Beispiele:
| Straßenname | erste(s) Vorkommen | neuer Ort |
|---|---|---|
| Alfred-Frank-Straße | 1945-1946 in Gohlis | seit 1946 in Schleußig |
| Bismarckstraße | bis 1905 in Lindenau; bis 1906 in Gohlis; 1907-1928 in Leutzsch; 1873-1945 in der Westvorstadt |
seit 2001 in Großzschocher |
| Bleichertstraße | 1882-1963 in Gohlis | seit 2001 an anderer Stelle in Gohlis |
| Blücherstraße | bis 1905 in Eutritzsch; 1870-1945 in der Nordvorstadt |
seit 1950 in Möckern |
| Breslauer Straße | 1916-1950 in Schönefeld | seit 2001 in Stötteritz |
| Clausewitzstraße | 1906-1945 in Gohlis | seit 1973 in Möckern |
| Manetstraße | 1950-1985 in der Nordvorstadt | seit 1985 in der Westvorstadt |
| Ottostraße* | 1897-1945 in Lindenau | seit 2006 in der Südostvorstadt |
| Riemannstraße | 1939-1945 in Lindenau | seit 1947 in der Südvorstadt |
| Rudolph-Sack-Straße | um 1940 in Lindenau | seit 2001 in Plagwitz |
| Seffnerstraße | 1933-1945 in Crottendorf 1947-1976 in Mockau |
seit 1980 in Grünau |
| Wilhelm-Liebknecht-Platz | 1947-1991 in Lindenau | seit 2001 in der Nordvorstadt |
| Würzburger Straße | 1908-1928 in Meyersdorf | seit 1929 in der Siedlung Grünau |
| Yorckstraße | 1879-1945 in der Nordvorstadt | seit 1950 in Möckern |
Eine Ausnahme von dieser fragwürdigen Praxis ist die Massen-Rückbenennung vom 19.05.1945, bei der alle Straßen, die 1933-1945 unter NS-Stadtverwaltung umbenannt wurden, ihre alten Namen zurück erhielten (wobei aber die aus mehreren Abschnitten zusammengezogenen Straßen gemeinsam nur einen der alten Namen erhielten (z.B. 1933: Zeitzer Straße + Südplatz + Südstraße -> Adolf-Hitler-Straße; 1945: Adolf-Hitler-Straße -> Südstraße).
Eine weitere Ausnahme ist die Massen-Rückbenennung vom 19.11.1991, bei der viele Straßen, die zwischen 1945 und 1990 unter sozialistischer Stadtverwaltung umbenannt wurden, wieder ihre alten Namen erhielten. Die Selektion, welche Straßen rückzubenennen waren und welche ihren Namen behalten konnten, ist oft aber nicht nachvollziehbar.