Wilhelm-Liebknecht-Platz

Der Wilhelm-Liebknecht-Platz (amtlicher Straßenschlüssel 02051) befindet sich in der Leipziger Nordvorstadt (Ortsteil Zentrum-Nord, Gemarkung Leipzig).

Der dreieckige Platz wird umgrenzt an seinem Südrand von der Erich-Weinert-Straße (ursprünglich »Yorkstraße«, später »Yorckstraße«, »Hugo-Haase-Straße«), an seinem Westrand von der Eutritzscher Straße sowie an seinem Nordostrand von der gedachten geradlinigen Verlängerung zwischen dem Nord-Ende der in die Südostecke des Platzes mündenden, von Süden kommenden Kurt-Schumacher-Straße (ursprünglich »Blücherstraße«, später »Rudolf-Breitscheid-Straße«) und der von der Nordwest-Ecke abgehenden, nach Nordwesten führenden Michaelisstraße. Die Häuser am Platz sind fortlaufend im Uhrzeigersinn (beginnend am Nordostrand) nummeriert. Seit dem 1. Juli 1993 gehört der Platz zum Postleitbezirk 04105.

Der Platz wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts angelegt und erhielt im Jahr 1879 den Namen Yorkplatz (nach dem preußischen General H. D. L. von Yorck, Graf von Wartenburg, 1759–1830, Kommandeur des 1. preußischen Armeekorps bei der Völkerschlacht bei Leipzig).

Am 19.12.1872 wurde durch die Leipziger Pferde-Eisenbahn die Eutritzscher Straßenbahntrasse in Betrieb genommen, die über den Nordostrand des Yorkplatzes führt. Am 17.04.1896 wurde hier der elektrische Straßenbahnbetrieb aufgenommen.

Im Jahr 1938 wurde die Schreibweise des Straßennamens in Yorckplatz korrigiert.

Am 01.08.1945 wurde beschlossen, den Yorckplatz mit sofortiger Wirkung in Hugo-Haase-Platz umzubenennen1) (nach dem SPD-Politiker H. Haase, 1863–1919).

Am 29.04.1953 wurde beschlossen, den Hugo-Haase-Platz mit Wirkung vom 01.05.1953 in Erich-Weinert-Platz umzubenennen (nach dem Dichter und Kabarettisten E. Weinert, 1890–1953).

Am 06.12.2000 wurde beschlossen, den Erich-Weinert-Platz mit Wirkung vom 29.03.2001 in Wilhelm-Liebknecht-Platz umzubenennen2) (nach dem SPD-Politiker W. Liebknecht, 1826–1900).

Von 1947 bis 1991 trug ein ganz anderer Platz, der heutige Lindenauer Markt im Leipziger Stadtteil Lindenau, den Namen »Wilhelm-Liebknecht-Platz«.
(Leider keine Ausnahme...)

Fußnoten:
 1) Gleichzeitig wurde auch die Yorckstraße umbenannt, offenbar sollte der Name des preußischen Generals aus dem Stadtbild getilgt werden. Andere Völkerschlacht-Militärs blieben aber von den Umbenennungen verschont; und schon im Jahr 1950 erhielt wieder eine Straße in Leipzig (an ganz anderer Stelle) den Namen Yorcks.
 2) erst 1991 hatte man den Wilhelm-Liebknecht-Platz im Leipziger Stadtteil Lindenau umbenannt – angeblich, weil dieser Name von der Bevölkerung nicht angenommen worden sei. Ob der alte Name an neuem Ort besser angenommen wird?
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