Eutritzscher Straßenbahntrasse


Lage im Straßenbahnnetz

Die Eutritzscher Straßenbahntrasse wurde im Jahr 1872 von der Leipziger Pferde-Eisenbahn zur Erschließung der östlichen Leipziger Nordvorstadt und der Gemeinde Eutritzsch angelegt.

Verlauf

Die Trasse beginnt, abzweigend von der Ring-Straßenbahntrasse, am Willy-Brandt-Platz (ursprünglich: »Blücherplatz«, später: »Karl-Legien-Platz«, »Platz der Republik«). Hier biegt sie in nordwestliche Richtung ab und führt entlang der Kurt-Schumacher-Straße (ursprünglich: »Blücherstraße«, später: »Rudolf-Breitscheid-Straße«) zum Wilhelm-Liebknecht-Platz (ursprünglich: »Yorkplatz«, später: »Yorckplatz« und »Erich-Weinert-Platz«). Hier biegt sie nach Norden ab und führt entlang der Eutritzscher Straße und der Delitzscher Straße zum Eutritzscher Markt. Zunächst bog sie dann nach Westen in die heutige Gräfestraße, wo sie in Höhe des Grundstücks Nr. 24 (Gasthof Goldener Helm) mit einer Kuppel-Endstelle endete. In dieser ersten, zunächst eingleisigen, Streckenführung vom Augustusplatz entlang dem Georgiring (ursprünglich: »Bahnhofstraße«) bis zur Endstelle Eutritzsch war die Trasse 4 240 Meter lang.

Geschichte

Die Eutritzscher Straßenbahntrasse wurde am 19. Dezember 1872 mit einer Pferdebahnlinie eröffnet, die später eine gelbe Kreisscheibe mit weißem Rand als Liniensymbol erhielt.

Am 20.01.1873 wurde die Gohliser Straßenbahntrasse in Betrieb genommen, die von der Eutritzscher Straßenbahntrasse am Yorkplatz abzweigte und in nordwestliche Richtung nach Gohlis führte.

Am 07.09.1883 wurde die Eutritzscher Pferdebahnlinie nach Süden entlang der neu angelegten Bahnhof-Straßenbahntrasse bis zum Bayrischen Bahnhof verlängert.

Im Jahr 1886 wurde auf dem Grundstück Gräfestraße 26 das Depot Eutritzsch (als vierter Straßenbahnhof der Leipziger Pferde-Eisenbahn) errichtet, das bis 1950 genutzt wurde.

Am 13.06.1891 wurde die Möckernsche Straßenbahntrasse in Betrieb genommen, die von der Eutritzscher Straßenbahntrasse am übergang Eutritzscher-/ Delitzscher Straße abzweigt und entlang der heutigen Georg-Schumann-Straße nach Nordwesten führt.

Am 17.04.1897 wurde auf der Eutritzscher Straßenbahntrasse durch die (blaue) Große Leipziger Straßenbahn der elektrische Straßenbahnbetrieb aufgenommen.

Im Jahr 1898 nahm die Leipziger Elektrische Straßenbahn die Neueutritzscher Straßenbahntrasse in Betrieb, die, aus der Wittenberger Straße kommend, in die Eutritzscher Straßenbahntrasse einmündete, und diese am Eutritzscher Markt wieder verließ, indem sie weiter entlang der Delitzscher Straße nach Norden führt.

Am 19.01.1901 wurde das Liniensymbol durch den Buchstaben »E« ersetzt, zunächst weiß auf der gelben Kreisscheibe, ab Mai 1906 schwarz auf weißer Kreisscheibe.

Nach 1908 und vor 1914 wurde auf dem Eutritzscher Markt eine Gleisschleife angelegt.

Im 2. Halbjahr 1919 erhielt die bisherige Linie »E«, die nach wie vor zwischen Eutritzsch und Schlachthof verkehrte, die Nummer »16«.

Am 01.04.1920 wurde der Linienverkehr auf der südlichen Neueutritzscher Straßenbahntrasse vorübergehend eingestellt; vermutlich wurde die Linie 16 nun nach Norden bis zum Krankenhaus St. Georg verlängert.

Mit der Wiederaufnahme des Linienverkehrs auf der Neueutritzscher Straßenbahntrasse am 27.03.1926 endete die Linie 21 am Eutritzscher Markt. Gleichzeitig verstärkte eine neue Linie 14 die Linie 16 auf deren gesamten Länge.

Am 06.04.1936 wurde die Linie 16 vorübergehend eingestellt, nun verkehrte allein die Linie 14 auf der Eutritzscher Straßenbahntrasse. Am 24.11.1941 wurde die Linie 16 wieder eingeführt und die Linie 14 bis zum Krankenhaus St. Georg zurückgezogen. Am 27.08.1944 wurde die Linie 14 eingestellt und bis 15.01.1945 durch die im Nord-Ast verschwenkte Linie 22 ersetzt. Am 19.03.1946 wurde die zwischenzeitlich wieder eingeführte Verstärkungslinie 14 erneut stillgelegt.

Ab 01.08.1949 verkehrte wieder eine Linie 14 ab Krankenhaus St. Georg, aber nur im Berufsverkehr zur Verstärkung der Linie 16 (ab Hauptbahnhof weiter nach Anger-Crottendorf). Ab 01.03.1951 wurde die Linie 16 auch durch die Linie 26 verstärkt, die aber außerhalb des Berufsverkehrs nur zwischen Krankenhaus St. Georg und Hauptbahnhof pendelte.

Im Jahr 1951 wurden die Gleise in der Gräfestraße (bis auf ein kleines Stück am Eutritzscher Markt) ausgebaut, nachdem diese als Zufahrt für den inzwischen geschlossenen Straßenbahnhof Eutritzsch nicht mehr nötig waren.

Am 11.07.1967 wurde die Linie 26 eingestellt. Ab 01.08.1973 entfiel auch die Verstärkungslinie 14, so dass seitdem nur noch die Linie 16 entlang der Eutritzscher Straßenbahntrasse verkehrt.

Haltestellen
Nr. Name Linien
0002 Hauptbahnhof Westseite  9 
0013 Wilhelm-Liebknecht-Platz  9   10   11   16 
0364 Chausseehaus  10   11   16 
0405 Wilhelminenstraße  16 
0396 Eutritzscher Zentrum  16 
0407 Eutritzscher Markt  16 

Vom 03.01.1995 bis zum 02.12.1995 wurde der Abschnitt der Eutritzscher Straßenbahntrasse zwischen Erich-Weinert-Platz und Eutritzscher Markt zur Stadtbahntrasse umgebaut. Seitdem verfügt die Trasse hier über einen eigenen, vom Kfz-Verkehr getrennten und zum Teil begrünten, Gleisbereich sowie Haltestellen-Inseln.

Seit der Netzreform der LVB vom 27.05.2001 verkehrt auf der Eutritzscher Straßenbahntrasse die Linie 16. Verschiedene Abschnitte werden auch von Linien genutzt, die auf der Möckernschen (Linien 10 und 11) und Mockauer Straßenbahntrasse (Linie 9) weiterführen.

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