Georgiring

Der Georgiring (amtlicher Straßenschlüssel 01003) ist der nordöstliche Abschnitt des Leipziger Innenstadtrings (Ortsteile Zentrum [unbebaut] und Zentrum-Ost [Hausnummern 1 bis 14E], Gemarkung Leipzig, vgl. Stadtplan bei LVZ-OnlineInternetverbindung erforderlich!).

Die 1.147 m lange Straße beginnt am Nordost-Ende des Augustusplatzes und führt leicht geschwungen kreuzungsfrei in nördliche Richtung auf die Einmündung der Brandenburger Straße in das Ost-Ende des Willy-Brandt-Platzes. Die beiden je zweispurigen Richtungsfahrbahnen werden durch den Gleiskörper der Straßenbahn getrennt. Auf der Westseite des Georgiringes befinden sich die Parkanlagen um den Schwanenteich, deshalb ist der Georgiring auf der Ostseite durchlaufend nummeriert (beginnend am Augustusplatz). Seit dem 01.07.1993 gehört die Straße zum Postleitbezirk 04103.

Ursprünglich befanden sich im Gebiet des heutigen Georgiringes die Befestigungsanlagen der Stadt vor dem Hallischen Zwinger. Beginnend im Jahr 1785 wurden die Befestigungsanlagen geschleift und an ihrer Stelle der »Englische Park« angelegt, dessen Reste heute die Grünanlagen um den Schwanenteich bilden. Zwischen dem Park und den Gärten der Ostvorstadt, die sich um die Quergasse entwickelt hatte, wurde ein Abschnitt der die ganze Stadt umgebenden »Promenade« angelegt, der im Jahr 1839 den Namen Bahnhofstraße erhielt (nach dem Dresdner Bahnhof).

Mit dem weiteren Ausbau der Ostvorstadt wurden nach und nach mehrere Straßen an die Bahnhofstraße angeschlossen. So mündeten von Osten kommend die Poststraße, Gellertstraße, Schützenstraße und Wintergartenstraße sowie von Süden kommend die Goethestraße in die Bahnhofstraße.

Im Frühjahr 1872 wurde durch die Leipziger Pferde-Eisenbahn die Ring-Straßenbahntrasse angelegt, die auch die Bahnhofstraße in ihrer gesamten Länge durchquerte. Am 18.05.1872 wurde der Betrieb durch die Ringlinie aufgenommen, die aber schon am 01.12.1872 wieder eingestellt wurde. Dafür verkehrte ab 19.12.1872 die Eutritzscher Straßenbahntrasse durch die Bahnhofstraße.

Im Jahr 1899 erhielt die Bahnhofstraße den Namen Georgiring (nach dem Juristen und ehemaligen Oberbürgermeister der Stadt Leipzig Dr. O. Georgi, 1831-1918). Noch in den 1930er Jahren gehörte auch der mittlere und östliche Bahnhofsvorplatz bis zur Einmündung der heutigen Kurt-Schumacher-Straße (ursprünglich: »Blücherstraße«, später: »Rudolf-Breitscheid-Straße«), wo der Blücherplatz begann, zum Georgiring. Dieser in Ost-West-Richtung verlaufende Abschnitt wurde später zum heutigen Willy-Brandt-Platz gezogen; allerdings führen einige Einrichtungen im Hauptbahnhof auch heute noch die Postanschrift »Georgiring 14«.

Im 2. Weltkrieg wurde die Ostseite des Georgiringes fast vollständig zerstört. Beim Wiederaufbau dieser Ostseite in den Jahren 1960/1962 wurde der Georgiring beträchtlich (nach Osten) verbreitert und teilweise begradigt. Die Einmündungen der Post-, Gellert- und Schützenstraße wurden überbaut, so dass diese Straßen seitdem von Osten kommend als Sackgassen vor dem Georgiring enden. Auch der an den Georgiring grenzende Teil der Wintergartenstraße wurde später so umgebaut, dass er nur für Fußgänger, Fahrradfahrer und Straßenbahnen passierbar ist.

siehe auch: List-Harkort-Denkmal

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