Der Willy-Brandt-Platz (amtlicher Straßenschlüssel
01002) ist der nördliche Abschnitt des Leipziger Innenstadtrings
(Ortsteile
Zentrum-Ost
[Hausnummern 2A bis 8] und
Zentrum-Nord
[Hausnummern 1 und 2],
Gemarkung Leipzig, vgl.
Stadtplan bei LVZ-Online
).
Die 1.498 m lange Straße beginnt als östliche Verlängerung des Tröndlinrings (bis 1908 »Löhrs Platz«) in Höhe der von Norden kommenden Gerberstraße und der von Süden kommenden Straße Am Hallischen Tor (ursprünglich »Hallisches Gäßchen«, 1839-1921 »Hallische Straße«) und führt geradlinig in östliche Richtung, nimmt dabei die von Norden kommende Kurt-Schumacher-Straße (1870-1945 »Blücherstraße«, 1945-2001 »Rudolf-Breitscheid-Straße«) auf und geht in Höhe der von Süden kommenden Goethestraße in den in einem großen Bogen zunächst weiter nach Osten, dann nach Süden abbiegenden Georgiring (1839-1899 »Bahnhofstraße«) über. Die beiden je dreispurigen Richtungsfahrbahnen werden durch den Gleiskörper der Ring-Straßenbahntrasse und die hier befindliche Haltestelle »Hauptbahnhof« (Nr. 0001) getrennt. Der Willy-Brandt-Platz gehört zum Postleitbezirk 04109.
Die Südseite des Willy-Brandt-Platzes ist unbebaut. Eine schmale Grünanlage trennt den Ring von der südlich parallel verlaufenden Richard-Wagner-Straße. Hier befindet sich das Bürgermeister-Müller-Denkmal. Die Gebäude auf der Nordseite des Willy-Brandt-Platzes sind durchlaufend nummeriert (an der Gerberstraße beginnend). Die Nordseite wird vom ehemaligen Hotel Astoria und dem Hauptbahnhof (Willy-Brandt-Platz 2A bis 8D, Georgiring 14) dominiert.
Ursprünglich bildete der heutige Platz den nordöstlichen Abschnitt der »Promenade« um die Altstadt, die aus der Umwandlung der ehemaligen Verteidigungsanlagen der Stadt in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhundert entstand. Eine kleinere Freifläche nördlich der Promenade, am Beginn der Blücherstraße und vor dem Thüringer Bahnhof gelegen, erhielt im Jahr 1870 den Namen Blücherplatz (nach dem preußischen General G. L. Blücher, Fürst von Wahlstatt, 1742-1819, Oberbefehlshaber der Schlesischen Armee in der Völkerschlacht bei Leipzig). Der Abschnitt des Ringes östlich der Einmündung der Blücherstraße gehörte mit zur Bahnhofstraße, dem späteren Georgiring.
Im Jahr 1945 wurde der Blücherplatz in Karl-Legien-Platz umbenannt1) (nach dem Gewerkschaftsführer K. Legien, 1861-1920). Im Jahr 1953 erhielt der Karl-Legien-Platz den Namen Platz der Republik. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde der Geltungsbereich des Namens »Platz der Republik« nach Osten erweitert und der des Georgirings zurückgedrängt; 1993 umfasste der Platz der Republik den gesamten Bahnhofsvorplatz.
Am 16.11.1993 wurde beschlossen, den Platz der Republik mit Wirkung vom 18.12.19932) in Willy-Brandt-Platz umzubenennen (nach dem Politiker W. Brandt, 1913-1992).

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