Luppe


Oeder 1586; Süden ist oben!

Die Luppe (Luppe)? ist ein Fluss­lauf der Elster-Luppe-Aue im nördlichen Leipziger Auen­wald. Ihr Name wird auf das altgermanische »lupaha« zurückgeführt, was »die Rauschende« bedeuten soll. Er findet sich als »Luppa« bereits auf einer Karte von Mathias Oeder aus dem Jahre 1586.

Das Fließgewässer I. Ordnung hat keine Quelle, sondern beginnt als linker Neben­arm der Weißen Elster südwestlich der Brücke, die den Palmengarten mit dem Klinger­hain verbindet (»Vier-Jahreszeiten-Brücke« oder »Klingerhainbrücke«), und führt zunächst ein Stück nach Südwesten, dann aber geradlinig in westliche Richtung. Dabei bildet sie die Grenze zwischen den Gemarkungen Leipzig (im Norden) und Plagwitz (im Süden). Im weiteren Verlauf unterquert sie einen Steg, der den südlichen Zugang zur ehemaligen Max-Klinger-Schule (später Pädagogische Hochschule Clara Zetkin, Erziehungs­wissenschaft­liche Fakultät der Universität) bildet, und wendet sich scharf nach Norden. Dann unterquert sie unter der Palmengarten­brücke die (neue) Lützner Straße. Hier beginnt auch die Gemarkung Lindenau. Nur wenige Meter weiter, am Lindenauer Wehr, ging ursprünglich nach links das Kuhburger Wasser ab, das weitgehend parallel östlich zur Luppe verlief und sich später wieder mit ihr vereinigte, bis es in den 1920er Jahren verfüllt wurde.

In diesem ersten Abschnitt zwischen Weißer Elster und dem Lindenauer Wehr bildet die Luppe den Südrand des Palmengartens.

Die Luppe selbst führte in einem etwas nordwestlicheren Verlauf an der ehemaligen Mühle Lindenau vorbei, unterquert unter der Gasthofbrücke die Zschochersche Straße sowie unter der Angerbrücke die Kuhturmstraße und führt weiter östlich am alten Ortskern von Lindenau vorbei in nördliche Richtung. Dabei unterquert sie die Erich-Köhn-Straße und tritt nach wenigen Metern in den nördlichen Auenwald. Hier unterquert sie unter dem Friesensteg einen Waldweg, der von der Friesenstraße abzweigt, und unter der neuerdings »Schützenhofbrücke« genannten Leutzscher Alleebrücke die Hans-Driesch-Straße. Nach wenigen Metern trennt sie den Schießplatz im Westen von dem Schützenhaus im Osten, wobei am linken Ufer die Gemarkung Leutzsch beginnt.

Im weiteren Verlauf unterquert die Luppe unter dem Luppesteg einen weiteren Waldweg und nimmt schließlich seit den 1920er Jahren von rechts kommend (vermutlich im alten Flussbett des Kuhburger Wassers) die Nahle auf. – Hier befindet sich auch eine Namensgrenze, die offenbar im späten 19. Jahrhundert entstand: die bisherige Kleine Luppe (südlich der Einmündung der Nahle) geht in die Große Luppe (nördlich der Einmündung der Nahle) über.


1907

Unter dem Nahle­steg unter­quert der alte Verlauf einen Wald­weg und unter einer Brücke die Thüringer Eisen­bahn. Nördlich der Eisenbahn befinden sich am West-Ufer das zum Leutzscher Holz gehörende Wald­stück Wilder Mann, am Ost-Ufer die ehemalige Deponie Möckern. Hier wechselt der Fluss auch in die Gemarkung Burgaue; am linken Ufer verläuft aber weiterhin die Grenze zur Gemarkung Leutzsch. Nach einer scharfen Biegung in westliche Richtung unterquert er unter einer Eisenbahn­brücke die Leutzsch-Wahrner Verbindungs­bahn; ab hier liegt südlich das Wald­stück An der Königseiche, nördlich das Wald­stück Möckernscher Winkel.


1940

Unmittelbar nach der Leutzsch-Wahrner Brücke, unter der der Fluss die Gustav-Esche-Straße unter­quert, ist heute der historische Verlauf der Luppe unter­brochen. In den 1930er Jahren wurde das Wasser der »Großen Luppe« in einem neuen Bett ab der Leutzsch-Wahrner Brücke nach Norden verschwenkt und direkt in den breiten Kanal der Neuen Luppe geführt; seitdem wurde auch der Name der »Großen Luppe« aufgegeben und dieser Fluss­abschnitt mit zur Nahle gezählt (die völlig über­flüssige Einschränkung »Kleine« für den Süd­abschnitt blieb aber erhalten).

Die eigentliche Luppe führte aber ab der Leutzsch-Wahrner Brücke nach Südwesten in Richtung des nordöstlichen Randes der Orts­lage Ehrenberg. Dieser Abschnitt des Flusses ist im nord­östlichen Bereich verfüllt und heute nur noch als Gemarkungs­grenze zwischen Leutzsch und der Burgaue zu erkennen, im westlichen Bereich sind noch die ehemaligen Ufer­böschungen erhalten. Erst an der Kreuzung mit dem Bauern­graben wird die Luppe wieder ein Wasser­lauf, der im Bereich Böhlitz-Ehrenberg den Namen Alte Luppe erhielt, im folgenden Gundorf aber Rote Luppe genannt wird.

Quellen

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