Karl-Tauchnitz-Straße

Die Karl-Tauchnitz-Straße ist eine wichtige Verbindungsstraße in der Leipziger West­vorstadt. Sie liegt auf der Gemarkung Leipzig und hat den amtlichen Straßen­schlüssel 05027. Mit ihrem bogenförmigen Verlauf bildet sie die nördliche und westliche Begrenzung des »Musikviertels«.

Die 1 596 Meter lange Straße beginnt an der ehemaligen Karl-Tauchnitz-Brücke über den Pleißemühlgraben an der Einmündung der Harkortstraße in den Martin-Luther-Ring und führt zunächst geradlinig nach Westen. Dabei nimmt sie die von Norden kommende Friedrich-Ebert-Straße und die von Süden kommende Wilhelm-Seyfferth-Straße auf. Weiter in westliche Richtung führend nimmt die Karl-Tauchnitz-Straße die von Süden kommenden Grassistraße und Ferdinand-Rhode-Straße auf und wendet sich im großen Bogen nach Südwesten auf den Herzliyaplatz (Kreisverkehr), von dem außerdem die Edvard-Grieg-Allee (ursprünglich Teil der Marschnerstraße, von Norden), die Beethovenstraße (von Osten) und die Anton-Bruckner-Allee (ursprünglich: »König-Albert-Allee«, von Westen) einmünden. Im Abschnitt zwischen Friedrich-Ebert- und Edvard-Grieg-Allee bildet sie den südlichen Abschluss des Johannaparks. Vom Herzliyaplatz führt die Karl-Tauchnitz-Straße geradlinig nach Süden. Dabei bildet sie den östlichen Abschluss des König-Albert-Parks sowie des Scheibenholzparks und nimmt die von Osten kommenden Mozartstraße, Haydn­straße und Telemannstraße (ursprünglich »Pestalozzistraße«) auf. In Höhe der Telemannstraße auch den von Nordosten kommenden Rennbahnweg aufnehmend biegt die Karl-Tauchnitz-Straße nach Südosten ab und mündet schließlich in die Wundtstraße (gegenüber der Mahlmannstraße). Seit dem 1. Juli 1993 gehört die Straße zum Postleitbezirk 04107.

Die Straße wurde in der Mitte der 1880er Jahre als Platanen-Allee angelegt, wobei auch ein kleiner Teil des Johannaparks überbaut wurde. Der Abschnitt zwischen Telemannstraße und Wundtstraße gehörte zum älteren Rennbahnweg. Am 16. Mai 1885 wurde beschlossen, der im Bebauungsplan für die Südwestvorstadt als »Straße 1« bezeichneten Allee den Namen Carl-Tauchnitz-Straße (Carl-Tauchnitz-Straße)? zu geben. Damit wurde der Leipziger Verlagsbuchhändler und Stifter Carl Tauchnitz (1798–1884) geehrt. Im Jahr 1891 wurde sie mit dem Bau der Karl-Tauchnitz-Brücke an Stelle der 1890 abgebrochenen Nonnenmühle an den Promenadenring angeschlossen.

Nachdem im Jahre 1902 der Gymnasiallehrer Dr. Konrad Duden (1829–1911) auch Vor­namen der deutschen Rechtschreibung unterwarf, änderte sich die Schreibweise des Straßen­namens zu Karl-Tauchnitz-Straße (Karl-Tauchnitz-Straße). Das Leipziger Adreß­buch benutzt im Jahrgang 1905 erstmals diese Form.

Im Jahr 1962 wurde die Friedrich-Ebert-Straße geradlinig verlängert und, vierspurig von Norden kommend, an die Karl-Tauchnitz-Straße, Höhe Einmündung Wilhelm-Seyfferth-Straße, angeschlossen. Dabei wurde auch der Abschnitt der Karl-Tauchnitz-Straße zwischen der neuen Einmündung und dem Ring verbreitert und die Alleebäume abgeholzt. Zwischen März und August 1964 wurde die Plagwitzer Straßenbahntrasse aus dem alten Südostzweig der Friedrich-Ebert-Straße in die Karl-Tauchnitz-Straße verschwenkt.

Bei der Einführung der Kommunalen Gliederung zum 18. März 1992 wurde die Straße zwischen Innenstadtring und Herzliyaplatz zur Grenze zwischen den Ortsteilen 04 Zentrum-West (gerade Hausnummern) und 03 Zentrum-Süd (ungerade Hausnummern).

Während in den 1990er Jahren einige Falschschreibungen korrigiert wurden (zum Beispiel Carl-Maria-von-Weber-Straße, Clara-Wieck-Straße oder Adolph-Menzel-Straße), steht dies bei der Karl-Tauchnitz-Straße noch aus.

Der Mietspiegel 2016 verteilt die Straße auf die beiden Extreme »einfache« (Nr. 26–30) sowie »sehr gute« (Nr. 1–37 und 2–12) Wohnlage.

Quellen

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