Martin-Luther-Ring

Der Martin-Luther-Ring (amtlicher Straßen­schlüssel 01005) ist der süd­west­liche Ab­schnitt des Leipziger Innen­stadt­rings (Orts­teile Zentrum [Haus­nummern 2 bis 10], Zentrum-Süd [Haus­nummern 1 und 3] und Zentrum-West [Haus­nummern 7 bis 13], Gemarkung Leipzig).


Openstreetmap

Die 1 006 Meter lange Straße beginnt am West-Ende des Nord­randes des Wilhelm-Leuschner-Platzes (in Höhe der Ein­mündung der Peters­straße), führt zunächst in west­liche Richtung, dabei die von Süd­osten kommende Nonnenmühl­gasse auf­nehmend, bis zur Ein­mündung der von Süden kommenden Harkort­straße und der von Westen kommenden Karl-Tauchnitz-Straße, biegt hier nach Norden, nimmt die von Westen kommenden Rudolph­straße und die Straße Alter Amtshof sowie die von Osten kommenden Lotter­straße und Mark­grafen­straße auf, und geht schließ­lich in Höhe der von Westen kommenden Otto-Schill-Straße und der von Osten kommenden Rats­frei­schul­straße in den Dittrich­ring über. Die beiden mindestens je zwei­spurigen Richtungs­fahr­bahnen werden durch den Gleis­körper der Ring-Straßen­bahn­trasse getrennt. Nördlich bzw. östlich der an den Ring an­grenzenden Park­anlagen (mit dem Goerdeler­denkmal) befindet sich eine parallel verlaufende Straße, die eben­falls den Namen »Martin-Luther-Ring« trägt und die Gebäude mit gerad­zahligen Haus­nummern erschließt. In diese Straße mündet auch die von Norden kommende Hugo-Licht-Straße. Seit dem 1. Juli 1993 gehören die auf der Süd­seite des Martin-Luther-Rings befindlichen Gebäude (Haus­nummern 1 und 3) zum Post­leit­bezirk 04107, die anderen zum Post­leit­bezirk 04109.

Ursprünglich befand sich hier der südwest­liche Teil der die ganze Stadt umgebenden »Promenade«. Seit 1839 bildete der in Nord-Süd-Richtung verlaufende Teil des heutigen Martin-Luther-Rings den Süd­abschnitt der Straße »An der Pleiße«; der in Ost-West-Richtung verlaufende Teil hieß seit 1839 Obstmarkt (Obſtmarkt)?.

Im Jahr 1898 wurde die Straße »An der Pleiße« geteilt und um­benannt; der Süd­abschnitt wurde mit dem Obst­markt zusammen­gelegt und erhielt den Namen Rathaus­ring (Rathausring). Er wurde nach dem 1899–1905 hier errichteten Neuen Rathaus benannt.


M. Luther1)

Am 3. November 1933 wurde beschlossen, den Rathaus­ring mit Wirkung vom 10. November 1933 (dem 450. Geburtstag des Geehrten) in Martin-Luther-Ring (Martin-Luther-Ring) um­zubenennen (nach dem Theologen und Reformator Dr. Martin Luther, 1483–1546). Im Vorgängerbau des Neuen Rathauses, der Pleißenburg, fand im Sommer 1519 die Leipziger Disputation statt.

Zwischen August 2012 und Mai 2015 wurde auf der Südseite des Martin-Luther-Rings (zwischen dem Abzweig der Nonnenmühlgasse und dem Wilhelm-Leuschner-Platz) die katholische (dritte) Propstei­kirche St. Trinitatis errichtet, die aber postalisch der Nonnenmühl­gasse zugeordnet wurde.

Quellen

Fußnote:
 1) Abbildung aus: Zweihundert Bildnisse und Lebensabrisse berühmter deutscher Männer. Dritte verbesserte Auf­lage. Leipzig: Georg Wigand, 1870, S. 22
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