Roßplatz

Der Roßplatz (amtlicher Straßenschlüssel 01004) ist der südöstliche Abschnitt des Leipziger Innenstadtringes (Ortsteile Zentrum [unbebaut], Zentrum-Süd [unbebaut] und Zentrum-Südost [Hausnummern 1 bis 13], Gemarkung Leipzig, vgl. Stadtplan bei LVZ-OnlineInternetverbindung erforderlich!).

Die 460 m lange Straße beginnt am Süd-Ende des Ostrandes des Augustusplatzes (1945-1990 »Karl-Marx-Platz«) und führt in einem großen Bogen in südwestliche Richtung, nimmt dabei die von Osten kommende Goldschmidtstraße (ursprünglich: »Königsstraße«) sowie in einer gemeinsamen Kreuzung die nach Süden führende Grünewaldstraße (ursprünglich »Schrötergäßchen«, später »Kurprinzstraße«) und die von Norden kommende Universitätsstraße auf und mündet schließlich in das Ost-Ende des Nordrandes des Wilhelm-Leuschner-Platzes (ursprünglich »Esplanade«, später »Königsplatz«). Die beiden je zweispurigen Richtungsfahrbahnen werden durch den Gleiskörper der Ring-Straßenbahntrasse getrennt. Auf der inneren (westlichen bzw. nördlichen) Seite des Roßplatzes befinden sich Grünanlagen des Promenadenrings (hier inoffiziell als »Schillerpark« bezeichnet), deshalb ist der Roßplatz auf der äußeren Seite durchlaufend nummeriert. Seit dem 01.07.1993 gehört die Straße zum Postleitbezirk 04103.

Die südöstlich der Leipziger Altstadt gelegene Freifläche entstand im Jahr 1547, als im Schmalkaldischen Krieg die ursprünglich bis fast an den Stadtgraben heran reichende südöstliche Vorstadt abgebrannt wurde. Beim Wiederaufbau der Vorstadt wurde ein sogenanntes glacis (freies Schussfeld) eingerichtet, das zu den Befestigungsanlagen der Stadt Leipzig gehörte.

Beginnend am Ende des 18. Jahrhunderts wurden die Befestigungsanlagen geschleift und an ihrer Stelle die ringförmig um die Altstadt führende Promenade angelegt. Den Namen Roßplatz trug die Freifläche schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts, da hier die Pferdemärkte der Stadt stattfanden. Später wurde der Platz für die Wollmärkte genutzt.

Zunächst mündeten viel mehr von Süden und Südosten kommende Straßen als heute in den Roßplatz: die Markthallenstraße (ursprünglich »Windmühlengasse«; zwischen Königsplatz und Kurprinzstraße), die Sternwartenstraße (ursprünglich »Holzgasse«; zwischen Kurprinz- und Seeburgstraße), die Seeburgstraße (ursprünglich »Sandgasse« und »Ulrichsgasse«; zwischen Sternwarten- und Roßstraße) und die Roßstraße (heute Auguste-Schmidt-Straße; zwischen Seeburg- und Königsstraße).

Bis 1943 war die Südseite des Roßplatzes dicht bebaut, wobei die Zählung abweichend vom heutigen Zustand im Westen begann: Haus Nr. 1 befand sich zwischen Königsplatz und Markthallenstraße, die Häuser 2 bis 7 zwischen Markthallenstraße und Kurprinzstraße und die Häuser 8-11 zwischen Kurprinzstraße und Roßstraße. Eine Reihe der Gebäude hatten besondere Namen:

Im 2. Weltkrieg wurden diese Gebäude komplett zerstört und nicht wieder aufgebaut. Im Abschnitt zwischen Grünewaldstraße und Karl-Marx-Platz wurde 1953-1955 die sogenannte Ringbebauung errichtet, die die neuen Hausnummern 1 bis 13 erhielt; dabei wurde auch die heutige Richtung hergestellt. Die Sternwarten-, Seeburg- und Roßstraße enden seitdem als Sackgassen vor dem Gebäudekomplex. Der Abschnitt zwischen Wilhelm-Leuschner-Platz und Grünewaldstraße blieb unbebaut. Die zunächst noch einmündende Markthallenstraße wurde später ebenfalls zur Sackgasse.

Im Jahr 1987 wurde auf der Südseite des Roßplatzes der Bowlingtreff eröffnet, der sich in der Nähe des ehemaligen Panorama-Gebäudes befindet, adressmäßig aber dem weit entfernten Wilhelm-Leuschner-Platz zugeordnet wurde.

Da die zwischen dem Wilhelm-Leuschner-Platz und der ehemaligen Einmündung der Markthallenstraße auf dem Roßplatz befindliche Straßenbahnhaltestelle den Namen »Wilhelm-Leuschner-Platz« führt, und der eigentliche Wilhelm-Leuschner-Platz (wegen der Nutzung als Parkplatz, zuletzt sogar mit einer den gesamten Platz überdeckenden zweigeschossigen Parkpalette) als solcher gar nicht mehr zu erkennen ist, wird heute oft fälschlich angenommen, der westlich der Grünewaldstraße liegende Abschnitt des Roßplatzes sei der Wilhelm-Leuschner-Platz.

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