Wilhelm-Leuschner-Platz

Der Wilhelm-Leuschner-Platz (amtlicher Straßenschlüssel 04002) ist der südliche Abschnitt des Leipziger Innenstadtringes (Ortsteil Zentrum-Süd, Gemarkung Leipzig).

In den Nordrand des rechteckigen Platzes mündet die von Norden kommende Petersstraße, der nach Osten führende Roßplatz sowie der nach Westen führende Martin-Luther-Ring. In den Südrand mündet auf der Ostseite die von Südosten kommende Windmühlenstraße, in die direkt am Platzrand die von Osten kommende Brüderstraße sowie die von Nordosten kommende Markthallenstraße mündet; auf der Westseite der von Süden kommende Peterssteinweg und die nach Westen führende Dimitroffstraße. Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts mündete die Nonnenmühlgasse in den Westrand des Platzes. Die Nummerierung der Gebäude begann am Roßplatz mit der Hausnummer 1, führte durchgehend im Uhrzeigersinn um den gesamten Platz und endete an der Ecke zur Nonnenmühlgasse mit der Hausnummer 17. Seit dem 01.07.1993 gehören die Gebäude zum Postleitbezirk 04103.

Die südlich der Leipziger Altstadt gelegene Freifläche entstand im Jahr 1547, als im Schmalkaldischen Krieg die ursprünglich bis fast an den Stadtgraben heran reichende südliche Vorstadt abgebrannt wurde. Beim Wiederaufbau der Vorstadt wurde ein glacis (»freies Schussfeld«) eingerichtet, das zu den Befestigungsanlagen der Stadt Leipzig gehörte und hier, vor dem Peterstor und entlang des einmal zur via imperii gehörenden Peterssteinwegs, besonders breit war.

Im Jahr 1778 erfolgte durch den Leipziger Architekten J. C. F. Dauthe (1746-1816) die Planierung des Geländes und die Anlage eines rechteckigen, von Baumreihen umgebenen Platzes, der den Namen Esplanade erhielt. In seinem Mittelpunkt wurde 1780 das Königsdenkmal aufgestellt.

Im Jahr 1839 erhielt der inzwischen am Ost-, Süd- und Westrand dicht bebaute Platz den Namen Königsplatz (nach dem Königsdenkmal).

Im Zweiten Weltkrieg wurden die Gebäude an der Ost- und Westseite des Platzes sowie die Eckgebäude an der Südseite zerstört; sie wurden später abgebrochen.

Am 01.08.1945 wurde der Königsplatz mit sofortiger Wirkung in Wilhelm-Leuschner-Platz umbenannt (nach dem Politiker W. Leuschner, 1890-1944).

Die Bauflucht der Südseite des Platzes wurde inzwischen wieder hergestellt, die Ost- und Westseite blieben aber unbebaut. Der Platz selbst sowie die Fläche zwischen Wilhelm-Leuschner-Platz und Markthallenstraße wurde seit der Mitte des 20. Jahrhunderts als Parkplatz genutzt.

Am 31.10.1965 fand auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz eine Demonstration von ca. 2.500 Jugendlichen gegen das Verbot von Tanzkapellen und Beatmusik statt.

Seit der Mitte der 1990er Jahre bedeckte eine zweigeschossige Parkpalette den Wilhelm-Leuschner-Platz, die im Jahr 2001 abgebaut und in das Klinkum St. Georg versetzt wurde.

Gegenwärtig wird unter dem Wilhelm-Leuschner-Platz ein Haltepunkt des City-Tunnels errichtet. Über die anschließende Gestaltung des Platzes und die künftige Randbebauung wird noch diskutiert.

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