Die Stieglitzstraße (amtlicher Straßenschlüssel 05103) ist eine Anliegerstraße im Leipziger Stadtteil Schleußig (Ortsteil Schleußig, Gemarkung Schleußig).
Die 905 m lange Straße beginnt am Schleußiger Weg (hier ursprünglich: »Dorfstraße«, später: »Rödelstraße“) und führt geradlinig in nordwestliche Richtung. Dabei kreuzt sie die Rödelstraße1), nimmt die von Südwesten kommenden Oeserstraße und Huberstraße auf, kreuzt die Könneritzstraße und die hier verkehrende Schleußiger Straßenbahntrasse, kreuzt die Brockhausstraße und mündet schließlich auf die Holbeinstraße (ursprünglich: »Seumestraße«, später: »Steubenstraße«). Die geradzahligen Hausnummern befinden sich auf der nordöstlichen Straßenseite. Seit dem 01.07.1993 gehört die Straße zum Postleitbezirk 04229.
Der ältere Abschnitt der Straße nordwestlich der Könneritzstraße wurde im Heine-/ Hüfferschen Bebauungsplan für Schleußig von 1876 als »Straße L« projektiert und lag im Baufeld von Dr. C. Heine (1819-1888), das »Neuschleußig« genannt wurde. Er wurde um 1890 von der Leipziger Westend-Baugesellschaft erschlossen und um 1900 beidseitig bebaut. Im Jahr 1898 wurde beschlossen, der Straße den Namen Stieglitzstraße zu geben (nach dem Leipziger Ratsherren Dr. C. L. Stieglitz, 1756-1836).
In den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts wurde die Straße geradlinig über die Könneritzstraße hinaus nach Südosten verlängert, wobei sie nun an einem alten Hochwasserdamm endete, der geradlinig zwischen dem Jahnsteg und der Einmündung der Schnorrstraße in die Rödelstraße verlief. Am 08.04.1905 wurde beschlossen, das neue Teilstück mit zur Stieglitzstraße zu ziehen.
Eine zweite geradlinige Verlängerung nach Südosten erfolgte in der ersten Hälfte der 1920er Jahre, als zwischen der gründerzeitlichen Bebauung Schleußigs im Westen, der Rödel im Nordosten und dem Schleußiger Weg im Süden die »Kriegsopfersiedlung« angelegt wurde. Zur Erschließung des östlichen Teils dieser Siedlung wurde die Stieglitzstraße auf ihre heutige Länge ausgedehnt. Am 19.09.1924 wurde beschlossen, mit Wirkung vom 26.09.1924 den neuen Straßenabschnitt mit zur Stieglitzstraße zu ziehen. Dabei wurden auch die Hausnummern neu vergeben.
Von 1931 bis 1933 wurde auf dem Grundstück Stieglitzstraße 42 (gegenüber der Einmündung der Oeserstraße) die evangelisch-lutherische Bethanienkirche erbaut, die am 29.01.1933 geweiht wurde.

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