Könneritzstraße

Die Könneritzstraße (amtlicher Straßenschlüssel 05077) ist eine Hauptverkehrsstraße im Leipziger Stadtteil Schleußig (Ortsteil Schleußig, Gemarkung Schleußig, vgl. Stadtplan bei LVZ-OnlineInternetverbindung erforderlich!).

Die 1.294 m lange Straße beginnt an der Könneritzbrücke (über die Weiße Elster; Gemarkungsgrenze zu Plagwitz, gegenüber endet die Ernst-Mey-Straße) und führt geradlinig in südsüdwestliche Richtung. Dabei nimmt sie die von Osten kommende Anton-Bruckner-Allee (ursprünglich: »König-Albert-Allee«) auf, nimmt die bogenförmig nach Südwesten führenden Holbeinstraße (ursprünglich: »Seumestraße«, später: »Steubenstraße«) und Brockhausstraße auf, nimmt die von Nordwesten kommende Alfred-Frank-Straße (ursprünglich: »Quandtstraße«) auf, kreuzt die Industriestraße (hier ursprünglich: »Jahnstraße«), die Stieglitzstraße, die Rochlitzstraße, die Schnorrstraße und die Oeserstraße und mündet schließlich am östlichen Brückenlager der Schleußiger Brücke (Gemarkungsgrenze zu Kleinzschocher; am gegenüber liegenden Brückenlager beginnt die Antonienstraße) in die hier endende Rödelstraße (ursprünglich: »Dorfstraße«). Die geradzahligen Hausnummern befinden sich auf der westlichen Straßenseite. Die Grundstücke Nr. 1 bis 47 grenzen im Osten an die 1926 / 1927 verfüllte Rödel. Seit dem 01.07.1993 gehört die Straße zum Postleitbezirk 04229.

Die Straße wurde im Heine-/ Hüfferschen Bebauungsplan für Schleußig von 1876 als »Straße C« projektiert. Dabei lag der südlich der Rochlitzstraße befindliche Teil im Baufeld (Gutsbezirk Schleußig) von B. Hüffer (1824-1904), der nördliche im Baufeld (»Neuschleußig«) von Dr. C. Heine (1819-1888). In den 1880er Jahren begann die Anlage der Straße im Norden, nachdem als erstes Gebäude 1874 die Karl-Heine-Villa (Hausnummer 1) eingeweiht wurde; erst in den 1890er Jahren wurde die Straße im mittleren und südlichen Teil fertiggestellt. Zunächst erhielt die neu angelegte Straße in der Gemeinde Schleußig den Namen Hauptstraße.

Von 1888 (Baubeginn 1886) bis 1925 wurde die heutige Könneritzstraße im Abschnitt zwischen Industrie- und Stieglitzstraße niveaugleich (!) durch die eingleisige, von Güterzügen genutzte Plagwitz-Connewitzer Verbindungsbahn gekreuzt. Der damalige Bahndamm ist als »Berg« in der sonst ebenen Straße noch heute deutlich erkennbar.

Nach der Eingemeindung von Schleußig in die Stadt Leipzig zum 01.01.1891 wurde die Schleußiger Hauptstraße im Jahr 1891 in Könneritzstraße umbenannt (nach dem ehemaligen Kreishauptmann von Leipzig und sächsischen Finanzminister L. R. Freiherr von Koenneritz, 1835-1890).

Im Jahr 1891 wurde auf dem heutigen Grundstück Könneritzstraße 47 das erste Schleußiger Schulgebäude eingeweiht, das später von der 26. Bezirksschule und der XV. Bürgerschule, der 48. Volksschule, der 48. Polytechnischen Oberschule »Maurice Thorez« sowie von der Carl-Goerdeler-Schule (Gymnasium) genutzt wurde und heute die International School beheimatet.

Seit dem 03.06.1896 führt die Schleußiger Straßenbahntrasse entlang des größten Teils der Könneritzstraße. Sie biegt, von Alt-Leipzig aus der Anton-Bruckner-Allee kommend, in die Straße ein und endete zunächst an derem Süd-Ende; wurde aber schon am 22.06.1896 durch die Großzschochersche Straßenbahntrasse verlängert, die nach Westen über die Schleußiger Brücke in die Antonienstraße einbiegt.

Im Jahr 1965 wurde beschlossen, die Könneritzstraße in Maurice-Thorez-Straße umzubenennen (nach dem französischen Politiker M. Thorez, 1900-1964).

Am 19.11.1991 wurde beschlossen, die Maurice-Thorez-Straße mit Wirkung vom 01.01.1992 wieder in Könneritzstraße zurückzubenennen.

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