
Die Thüringer Eisenbahn wurde im Jahr 1856 von der (privaten) Thüringischen Eisenbahngesellschaft eröffnet. Damit war sie die dritte Eisenbahnstrecke, die die Stadt Leipzig berührte.
Die 31,5 km lange Strecke zweigt in Corbetha als Seiten-Arm der Thüringer Hauptstrecke Halle/Saale - Weißenfels - Weimar - Erfurt - Gotha - Eisenach ab und führt über Bad Dürrenberg, Kötzschau, Großlehna und Markranstädt nach Leipzig. Auf dem heutigen Leipziger Stadtgebiet durchquert sie die Gemarkungen Kleinmiltitz, Großmiltitz, Rückmarsdorf, Böhlitz-Ehrenberg, Leutzsch, Möckern, Gohlis und Leipzig. Als Endpunkt in Leipzig (damals am nördlichen Stadtrand) diente seit 1857 der Thüringer Bahnhof, der 1907 / 1912 im Hauptbahnhof aufging.
Heute liegen im Leipziger Stadtgebiet folgende Bahnhöfe bzw. Haltepunkte an der Thüringer Eisenbahn:
| km | Name |
|---|---|
| 0 | Leipzig Hauptbahnhof |
| 2 | Leipzig-Gohlis |
| 3 | Leipzig Coppiplatz |
| 4 | Leipzig-Möckern |
| 7 | Leipzig-Leutzsch |
| 9 | Leipzig-Rückmarsdorf |
| 12 | Leipzig-Miltitz |
Die Strecke von Corbetha nach Leipzig wurde am 22.03.1856 eröffnet, noch ohne Bahnhofsgebäude in Leipzig.
Ursprünglich verlief die Eisenbahntrasse in den Gemarkungen Möckern und Gohlis weiter südlich als heute: sie kreuzte die Kirschbergstraße erst in deren Übergang zur Möckernschen Straße (genau auf der Gemarkungsgrenze) und führte dann weiter entlang der heutigen Eisenacher Straße (in ihrer gesamten Länge) und des Westteils der Erfurter Straße, kreuzte die Hallische Straße (heute: Georg-Schumann-Straße) zwischen Prellerstraße und Kanalstraße, überquerte den Mündungsbereich Mechler- / Blumenstraße, unterquerte die über eine eiserne Brücke geführte Delitzscher Straße und führte über das Gelände des späteren Freiladebahnhofs zum Thüringer Bahnhof.
In der ersten Hälfte der 1880er Jahre wurde die Trasse etwas weiter nach Norden verschoben: sie kreuzte die Kirschbergstraße so wie heute, überquerte die Hallische Straße an der Grenze der Gemarkungen Möckern und Gohlis, und bog dann in eine flachere Kurve nach Osten, wobei sie die Magdeburger Eisenbahn aber nicht wie heute kreuzte, sondern südlich parallel und gemeinsam mit ihr in einem schmalen Bereich zwischen der heutigen Blochmannstraße im Norden und der Blumenstraße im Süden nach Leipzig führte, wobei sie die Delitzscher Straße nun aber niveaugleich (wie die Magdeburger Eisenbahn von Anfang an) kreuzte.
Erst in einem dritten Schritt wurde die Trasse in die heutige Führung gelegt, in der sie die Magdeburger Eisenbahn zwischen Wiederitzscher Straße und Breitenfelder Straße kreuzt, sich im großen Bogen nach Osten wendet und schließlich westlich des Bahnhofs Gohlis von Norden kommend in die Magdeburger Eisenbahn mündet.
Im Jahr 1873 wurde die Zeitzer Eisenbahn eröffnet, die am Bahnhof Leutzsch von der Thüringer Eisenbahn abzweigt.
Im Jahr 1882 kam die Thüringische Eisenbahngesellschaft an die Königlich Preußische Staatseisenbahn.
Am 01.04.1920 ging die Preußische Staatseisenbahn in der Reichsbahn auf.
Ab dem 30.08.1924 wurde die Strecke von der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft betrieben.
Von 1931 bis 1998 mündete die Merseburger Eisenbahn am Bahnhof Leutzsch in die Thüringer Eisenbahn.
Seit 13.07.1969 ist der Abschnitt zwischen Hauptbahnhof und Bahnhof Leutzsch Teil des Leipziger S-Bahn-Netzes (zunächst für die Linie A, heute für die Linie S1).
In Bezug auf die Thüringer Eisenbahn wurden u.a. die Eisenacher, Erfurter, Gothaer und Kasseler Straße benannt.