Die Nahle ist ein kurzer Flusslauf des Elster-Luppe-Systems im nördlichen Leipziger Auenwald.
Das Fließgewässer I. Ordnung ist heute 2,7 km lang. Es beginnt am Nordwest-Ende des Elsterbeckens (Gemarkung Leipzig) und führt zunächst geradlinig in nordwestliche Richtung. Dabei tritt sie nach wenigen Metern in die Gemarkung Möckern, wobei am südwestlichen (linken) Ufer die Gemarkungsgrenze zu Lindenau verläuft. Nach einigen Metern zweigt der nach Westen führende Burgauenbach ab. Anschließend durchquert die Nahle das Nahlewehr, das den Pegel von 104,3 m üNN auf 101,8 m üNN reduziert. Am Nordwest-Ende dieses geradlinigen Abschnitts, der das Waldstück Verschlossenes Holz im Südwesten vom Schlammbecken der Kläranlage Rosental im Nordosten trennt, nimmt die Nahle die von Süden kommende (Kleine) Luppe auf, in derem eigentlichen Flussbett sie weiter in eine etwas nördlichere Richtung fließt. Gleichzeitig wechselt sie am West-Ufer in die Gemarkung Leutzsch. Unter dem Nahlesteg unterquert sie einen Waldweg und unter einer Brücke die Thüringer Eisenbahn.
Nördlich der Eisenbahn befinden sich am West-Ufer der Nahle das zum Leutzscher Holz gehöhrende Waldstück Wilder Mann, am Ost-Ufer die ehemalige Deponie Möckern. Hier wechselt die Nahle auch in die Gemarkung Burgaue; am linken Ufer verläuft aber weiterhin die Grenze zur Gemarkung Leutzsch. Nach einer scharfen Biegung in westliche Richtung unterquert die Nahle unter einer Brücke die Leutzsch-Wahrner Verbindungsbahn; ab hier liegt südlich das Waldstück An der Königseiche, nördlich das Waldstück Möckernscher Winkel.
Unmittelbar hinter der Leutzsch-Wahrner Brücke, unter der die Nahle die Gustav-Esche-Straße unterquert, wechselt sie auch am linken Ufer in die Gemarkung Burgaue, verlässt das eigentlich zur Luppe gehörende Flussbett, das weiter in südwestliche Richtung nach Böhlitz-Ehrenberg und Gundorf führend zwar noch existiert, aber trocken gefallen ist, und fließt selbst in einem von Deichen gesäumten Kanal in einer engen Kurve nach Norden, wo sie schließlich durch ein Auslaufbauwerk in die Neue Luppe einmündet, die hier einen Pegel von 99,6 m üNN hat.
Ursprünglich begann die Nahle bereits weiter östlich, wo sie am Niederholz gegenüber dem Rosental von der Weißen Elster abzweigte. Ihr Zufluss wurde durch das unmittelbar nördlich in der Elster liegende Amelungswehr geregelt. Im Bereich des heutigen Elsterbeckens nahm sie das inzwischen verfüllte, von Süden kommende Kuhburger Wasser auf. Sie mündete schließlich unmittelbar hinter dem Nahlesteg in die Luppe.
Nach der Anlage des Elsterbeckens, der drei dieses im Norden abschließenden Wehre und dem Bau der »Neuen Luppe« im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts wurde der südlich der Nahleeinmündung gelegene Teil der Luppe als »Kleine Luppe« bezeichnet und der zwischen Thüringer Eisenbahn und Leutzsch-Wahrner Brücke gelegene Teil der Luppe mit zur Nahle gezogen, so dass diese heute doppelt so groß erscheint, als sie ursprünglich war.