Albert

* 23.04.1828 Dresden; † 19.06.1902 Sibyllenort / Schlesien

Albert1) war ein Fürst aus dem Hause Wettin (vgl. Stamm­tafel). Seit 1873 war er Landes­herr der Stadt Leipzig.


Albert2)

Albert war der ältere Sohn des Königs von Sachsen Johann (1801–1873) und dessen Gemahlin Amalie Auguste (1801–1877), Prinzessin von Bayern.

Am 18. Juli 1853 heiratete Albert in Dresden Prinzessin Carola von Wasa (1833–1907). Seine Ehe mit Carola blieb kinderlos.

Im Jahr 1866 wurde Kron­prinz Albert Ober­befehls­haber der sächsischen Armee. Im deutsch-französischen Krieg 1870/1871 wurde er nach der gewonnenen Schlacht bei St. Privat3) und Gravelotte4) (18. August 1870) am 19. August 1870 zum Heer­führer der neuen IV. Armee ernannt. In der Schlacht bei Brie5) und Villiers am 30.11./02.12.1870 ver­hinderte die sächsische Armee den Aus­fall der französischen Truppen aus Paris. Nach dem Sieg über Frank­reich nahm Kron­prinz Albert gemein­sam mit seinem Bruder Prinz Georg (1832–1904) an der Krönung des Königs von Preußen Wilhelm (1797–1888) zum deutschen Kaiser am 18. Januar 1871 in Versailles teil. Im Sommer 1871 wurde er zum General­feldmarschall des Deutschen Reichs ernannt.

Nach dem Tode seines Vaters Johann am 29. Oktober 1873 wurde Albert König von Sachsen. Fast 29 Jahre lang war er nun Landes­herr der Stadt Leipzig.

Am 19. Juni 1902 starb König Albert in seinem schlesischen Sommer­schloss. Da er keine Nachkommen hinter­ließ, folgte ihm sein Bruder Georg auf dem Thron.

In Leipzig wurde mehrfach an König Albert erinnert. Schon im Jahr 1843 erhielt eine Straße den Namen »Albert­straße« (seit 1947 Riemann­straße), vermut­lich zu Ehren des gerade 15jährigen Kron­prinzen; jeden­falls wurde die benachbarte »Elisen­straße« (seit 1950 Bernhard-Göring-Straße) gleichzeitig nach seiner Schwester benannt. Von 1887 bis 1900 trug die Mozart­brücke den Namen »Albert-Brücke«. Das 1888 bis 1891 errichtete Gebäude der Universitäts­bibliothek trägt den Namen »Bi­blio­theka Albertina«. Im Jahr 1896 erhielt eine Straße den Namen »König-Albert-Allee« (seit 1947 Anton-Bruckner-Allee) und im Jahr 1898 wurde eine große Park­anlage nach ihm benannt (König-Albert-Park). Auch eine Kaserne in Möckern trug seinen Namen (König-Albert-Kaserne). Im Jahr 1899 erhielt der Tauchaer Weg in Mockau den Namen »König-Albert-Straße« (seit 1919 Essener Straße), von 1905 bis 1911 hieß die Laube­straße in Möckern so und bis 1913 führte die heutige Newton­straße in Dölitz ebenfalls diesen Namen. Ein Neubau am Markt erhielt im Jahr 1913 den Namen König-Albert-Haus.

Auch die zahlreichen Straßen in den Leipziger Vor­orten, die früher den Namen »Albert­straße« trugen, waren vermutlich nach König Albert benannt: die Barbara­straße in Pauns­dorf (bis 1928), die Bünau­straße in Eutritzsch (bis 1904), die Erfurter Straße in Gohlis (1879–1904), die Karl-Heine-Straße in Lindenau (bis 1893, noch heute: König-Albert-Brücke), die Laurentius­straße in Leutzsch (1902–1928), die Luckner­straße in Wahren (1903–1928), die Oswald­straße in Reudnitz (bis 1904) und die Zweinaun­dorfer Straße in Anger-Crotten­dorf (1886–1889).

Quellen

Fußnoten:
 1) der vollständige Vorname lautet: »Friedrich August Albert Anton Ferdinand Joseph Karl Maria Baptist Nepomuk Wilhelm Xaver Georg Fidelis«
 2) Abbildung aus: Leipziger Illustrirte Zeitung. 1873, S. 384
 3) deshalb trug die heutige Michael-Kazmierczak-Straße von 1895 bis 1945 den Namen »St.-Privat-Straße«
 4) deshalb trug die heutige Wilhelm-Plesse-Straße von 1899 bis 1945 den Namen »Gravelotte­straße«
 5) deshalb trug die heutige Etkar-André-Straße von 1899 bis 1950 den Namen »Brie­straße«
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