Markt

Der Markt (amtlicher Straßenschlüssel 01016) ist ein ca. 10 000 Quadratmeter großer Straßenplatz im mittleren, zentralen Teil der Leipziger Altstadt (Ortsteil Zentrum, Gemarkung Leipzig, Statistischer Bezirk 001). Er gilt im allgemeinen als der Mittelpunkt der Stadt.


Openstreetmap

Der rechteckige Platz ist allseitig umbaut. Von seinem Nordrand führen die Hainstraße (am West-Ende) und die Katharinenstraße (am Ost-Ende) nach Norden; von seinem Ostrand führen das Salzgäßchen (im nördlichen Viertel) und die Grimmaische Straße (am Süd-Ende) nach Osten; an seiner Südwest-Ecke beginnen die nach Süden führende Petersstraße und die nach Westen führende Thomasgasse. Schließlich führt im nördlichen Viertel des Westrandes des Markts das Barfußgäßchen nach Westen.

Seit dem 1. Juli 1993 gehört der Markt zum Postleitbezirk 04109. Die Gebäude sind, an der Ostseite beginnend und entgegen dem Uhrzeiger laufend, durchgehend von 1 bis 17 nummeriert.

Der Markt1) (Markt)? entstand im Mittelalter durch Verlagerung des ersten slawischen Marktes der Siedlung Lipsk, der sich auf dem heutigen Richard-Wagner-Platz befand, nach Südosten. Das älteste noch erhaltene Gebäude (das 1556 / 1557 durch einen grundlegenden Umbau seine heutige Gestalt erhielt) ist das Alte Rathaus (Markt 1), das die Ostseite des Marktes dominiert. Weitere erhaltene bzw. wiederhergestellte historische Gebäude sind die Alte Waage (Markt 4), Barthels Hof (Markt 8) sowie das Königshaus (Markt 17).

Bei der Hauszählung von 1793 befanden sich die Gebäude mit folgenden Häusernummern am Markt: auf der Südseite Nr. 1 (an der Petersstraße) bis 3 (an der Grimmaischen Gasse), auf der Westseite Nr. 170 (am Thomasgäßchen) bis 174 (am Barfußgäßchen) und 192 (am Barfußgäßchen) bis 195 (an der Hainstraße), auf der Nordseite Nr. 335 (an der Katharinenstraße) bis 338 (an der Hainstraße) sowie auf der Ostseite Nr. 386 (am Salzgäßchen) bis 388 (an der Katharinenstraße). Das Rathaus hatte keine Häusernummer.

Von 1581 bis 1826 befand sich der Goldene Brunnen in der Nordost-Ecke des Marktes.

An 18. August 1888 wurde das Siegesdenkmal im nördlichen Teil des Marktes eingeweiht.


Gleisanlagen um 1925

Seit 1896 verkehrten zwei Straßenbahntrassen der (roten) Leipziger Elektrischen Straßenbahn (später: Große Leipziger Straßenbahn, Leipziger Verkehrsbetriebe) über den Markt: die zweigleisige Neugohliser Straßenbahntrasse kam aus der Grimmaischen Straße und führte entlang der Südseite des Markts in die Thomasgasse, die Mockauer Straßenbahntrasse kam eingleisig aus der Katharinenstraße und führte entlang des gesamten Ostrandes des Markts zur Grimmaischen Straße, wobei eine Gleiskurve aber auch das Abbiegen in Richtung Thomasgasse ermöglichte.

Von 1925 bis zum Abbruch 2005 befand sich die Untergrundmesshalle unter dem Markt.

Am 15. September 1936 wurde der Linienverkehr auf der Mockauer Straßenbahntrasse im Bereich der Innenstadt eingestellt. Die Gleisanlagen blieben aber betriebsbereit und wurden für Umleitungen oder den Messeverkehr noch bis 1951 genutzt.

Im Jahr 1946 wurde das Siegesdenkmal demontiert.

Im Jahr 1950 wurde der Markt in Platz des Friedens umbenannt.

Am 13. April 1951 wurde die Neugohliser Straßenbahntrasse im Bereich der Innenstadt stillgelegt, die noch für Sonderfahrten genutzten Gleise der Mockauer Straßenbahntrasse folgten im gleichen Jahr. Die Gleisanlagen am Platz des Friedens wurden sofort abgebaut.

Am 1. März 1954 wurde beschlossen, den Platz des Friedens wieder in Markt zurückzubenennen.

Von 2001 bis 2006 wurde an der südlichen Westseite des Markts das Einkaufs- und Dienstleistungszentrum Marktgalerie (Markt 11–15) errichtet.

Am 14. Dezember 2013 wurde die unterirdische S-Bahn-Station »Markt« des City-Tunnels eröffnet, deren südlicher Zugang über den ursprünglichen Eingang des Untergrundmesshauses erfolgt.

siehe auch:

Quellen

Fußnote:
  1) das Stadtlexikon Leipzig von A bis Z benutzt den frei erfundenen Straßen­namen »Marktplatz«
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