Mozartbrücke

Die Mozartbrücke (Mozartbrücke)? ist eine Straßen­brücke über den Pleiße­mühlgraben südwestlich der Leipziger Innenstadt.


um 1893

Sie liegt zwischen der Lampe­brücke im Süden und der Beethoven­brücke (ursprünglich: »Carola-Brücke«) im Norden und verbindet die von Osten kommende Riemann­straße (ursprünglich: »Albertstraße«, Südvorstadt) mit der nach Westen führenden Mozartstraße (West­vorstadt). Am westlichen Brückenlager kreuzt die Simson­straße, am östlichen die Lampe­straße.

Die Brücke wurde in der Mitte der 1880er Jahre bei der Anlage des »Musikviertels« errichtet und erhielt am 22. Januar 1887 den Namen Albert-Brücke (Albert-Brücke). Damit wurde der König von Sachsen Albert (1828–1902) geehrt; die benachbarte Carola-Brücke wurde gleichzeitig nach seiner Gemahlin benannt.

Am 25. Oktober 1900 wurde die Albert-Brücke in Simsonbrücke (Simſonbrücke) umbenannt. Damit wurde der Jurist und Staatsmann Dr. Eduard Simson (1810–1899) geehrt, der der erste Präsident des Reichsgerichts war. Offenbar sollten mögliche Verwechslungen mit der König-Albert-Brücke vermieden werden, die sich in Lindenau und Plagwitz befindet.

Von 1896 bis 1944 führte die südliche Einfahrt der Schleußiger Straßenbahntrasse über die Simsonbrücke.

Am 9. März 1935 erhielt die Simsonbrücke den Namen Gewandhaus­brücke (Gewandhausbrücke, nach dem damals in unmittelbarer Nähe befindlichen Konzerthaus, das auch als Gewandhaus bezeichnet wurde). Zwar war der einer jüdischen Familie entstammende Dr. Simson zum Protestantismus übergetreten, doch passte der jüdische Name nach dem Verständnis des Nationalsozialismus offenbar nicht in das Straßenbild.

Infolge der Überwölbung des Pleißemühlgrabens im Jahr 1952 verlor die Brücke ihre eigentliche Funktion und erscheint heute als ein normales Stück Straße.

Am 18. Juli 2007 wurde beschlossen, die Gewandhaus­brücke in Mozartbrücke umzubenennen (nach dem Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart, 1756–1791). Damit erhielt die Brücke in einem Akt beliebiger Willkür (ohne jede sachliche Notwendigkeit) ihren vierten Namen.

Literatur

 1) Abbildung aus: Leipziger Illustrirte Zeitung. 1873, S. 384
 2) Abbildung aus: Die Gartenlaube. Jahrgang 1879, S. 661
 3) Abbildung aus: Album von Leipzig. 15 chromolithographische Abbildungen, mit einer poetischen Widmung von Edwin Bormann. Leipzig: Gustav Fock, [nach 1892]. S. [15]
 4) Abbildung aus: Zweihundert Bildnisse und Lebensabrisse berühmter deutscher Männer. Dritte verbesserte Auf­lage. Leipzig: Georg Wigand, 1870, S. 134