Simsonstraße

Die Simsonstraße (amtlicher Straßenschlüssel 05191) ist eine Anliegerstraße in der Leipziger Südwestvorstadt (»Musikviertel«, Ortsteil Zentrum-Süd, Gemarkung Leipzig, Flurstück 4157).


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Die ca. 300 Meter lange Straße beginnt am Übergang der Mozartstraße auf die Mozartbrücke (ursprünglich »Albert-Brücke«, später »Simsonbrücke«, »Gewandhausbrücke«) und verläuft am westlichen Ufer des überwölbten Pleißemühlgrabens in südliche Richtung, nimmt an der Lampebrücke die von Westen kommende Haydnstraße auf und endet schließlich am Übergang der von Westen kommenden Robert-Schumann-Straße auf die Robert-Schumann-Brücke (ursprünglich »Sidonienbrücke«). Da die Straße auf der Uferseite nicht bebaubar ist, sind die Häuser auf der westlichen Straßenseite fortlaufend nummeriert. Seit dem 1. Juli 1993 gehört die Straße zum Postleitbezirk 04107.

Die Straße wurde in der Mitte der 1880er Jahre angelegt und führte im Bebauungsplan für die Südwestvorstadt die Bezeichnung »Straße E«. Ursprünglich führte sie im Norden noch über die Beethovenstraße und weiter entlang des heutigen Simsonplatzes bis zur Wächterstraße. Am 22. Mai 1883 erhielt die Straße in ihrer ganzen Länge den Namen Simsonstraße (Simſon­ſtraße)?. Damit wurde der (noch lebende!) Leipziger Jurist und Staatsmann Dr. Eduard Simson (1810–1899) geehrt, der erster Präsident des Reichsgerichts war.

In den Jahren 1888 bis 1895 wurde auf der Westseite des nördlichen Abschnitts der Simsonstraße zwischen Wächter- und Beethovenstraße das Reichsgerichtsgebäude erbaut. Im Jahr 1900 wurde dieser Straßenabschnitt von der Simsonstraße abgetrennt und in »Reichsgerichtsplatz« umbenannt (später: »Präsident-Friedrichs-Platz«, »Georgi-Dimitroff-Platz«, heute: Simsonplatz).

Im Jahr 1935 erhielt die Straße (offenbar wegen des jüdisch klingenden Namens, also aus politischen Gründen) den Namen von der Pfordten-Straße (von der Pfordten-Straße). – Die Simsonbrücke wurde in »Gewandhausbrücke« umbenannt.

Am 19. Mai 1945 wurde beschlossen, die »von der Pfordten-Straße« mit sofortiger Wirkung in Simsonstraße zurückzubenennen.

Im September 2002 wurden Pläne bekannt, den nördlichen Abschnitt der damals noch 381 Meter langen Simsonstraße zwischen Mozart- und Beethovenstraße einzuziehen und mit einer Tiefgarage zu überbauen. Diese Einziehung wurde am 30. Oktober 2004 amtlich bekanntgemacht.

Quellen

Fußnote:
 1) Abbildung aus: Die Gartenlaube. Jahrgang 1879, S. 661
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