Plagwitzer Straße

Die Plagwitzer Straße (heute ein Teil der Käthe-Kollwitz-Straße) war eine wichtige Verbindungsstraße zwischen der Leipziger Altstadt und den westlichen Vororten, vor allem der Gemeinde Plagwitz. Sie bildete zugleich die nördliche Erschließungsstraße der Äußeren Westvorstadt Leipzigs (»Bachstraßenviertel«).

Die Plagwitzer Straße begann an der Weststraße (heute Friedrich-Ebert-Straße) und führte geradlinig im Verlauf der heutigen Käthe-Kollwitz-Straße in südwestliche Richtung. Dabei nahm sie die von Südosten kommende Wiesenstraße (heute: Gustav-Mahler-Straße) auf, kreuzte die Schreberstraße, nahm die von Südosten kommenden Hillerstraße und Hauptmannstraße auf, kreuzte die Marschnerstraße, nahm die von Südosten kommende Davidstraße auf, kreuzte die Moschelesstraße und nahm die von Südosten kommende Bismarckstraße (heute: Ferdinand-Lassalle-Straße) auf. Auf der Pleißenflutbrücke (heute: Klingerbrücke) überquerte sie das vereinigte Elster- und Pleißenflutbett, nahm dann den von Süden kommenden Nonnenweg (heute: Klingerweg) auf und endete an der Plagwitzer Brücke über die Weiße Elster (Gemarkungsgrenze zu Plagwitz; bis 1891 Stadtgrenze). Am westlichen Brückenlager beginnen die Karl-Heine-Straße (ursprünglich: »Leipziger Allee«, dann »Leipziger Straße«; sie führt geradlinig nach Westen) und die Nonnenstraße, die die südwestliche Richtung der Plagwitzer Straße aufnimmt und quasi deren geradlinige Verlängerung darstellt, obwohl die Plagwitzer Brücke in Richtung Karl-Heine-Straße führt.

Die Straße wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts auf sumpfigen, z.T. aufgeschüttetem Gelände (im Osten die Martorffer Wiese, im Westen die Seichwiese bzw. Heilige Wiese) angelegt und erhielt im Jahr 1860 den Namen Plagwitzer Straße (nach der Gemeinde Plagwitz, zu der sie führt).

Seit dem Jahr 1872 verkehrt die Plagwitzer Straßenbahntrasse entlang der gesamten Plagwitzer Straße.

Im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts wurden einige repräsentative Villen in der Plagwitzer Straße errichtet, u.a. die Villa Plagwitzer Straße 30 (heute: Käthe-Kollwitz-Straße 64) für die Verleger E. Baedeker (1878-1948) und Dr. D. Baedeker sowie die Villa Plagwitzer Straße 55 (heute: Käthe-Kollwitz-Straße 115) für den Verleger H. J. Meyer (1826-1909).

Im Jahr 1933 wurde die Plagwitzer Straße in Helfferichstraße umbenannt (nach dem DNVP-Politiker K. Helfferich, 1872-1924).

Anfang September 19451) wurde die Helfferichstraße in Käthe-Kollwitz-Straße umbenannt (nach der Malerin und Graphikerin K. Kollwitz, 1867-1945).

Im Jahr 1962 wurde die westlich der Friedrich-Ebert-Straße auf Höhe Käthe-Kollwitz-Straße verschwenkte Richard-Lipinski-Straße (ursprünglich: Promenadenstraße, später »Mackensenstraße«) zur Käthe-Kollwitz-Straße gezogen, womit der heutige Straßenzug entstand. Die Grundstücke der ehemaligen Plagwitzer Straße erhielten dabei neue Hausnummern.

Fußnote:

 1) Mitteilung des Oberbürgermeisters Dr. E. Zeigner (1886-1949) vom 03.09.1945 an die sächsische Landesverwaltung

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