Nonnenstraße


In der Nonnenstraße Vollbild (130 kB!)

Die Nonnenstraße (amtlicher Straßenschlüssel 05092) ist eine Anliegerstraße im Leipziger Südwesten (Ortsteil Plagwitz, Gemarkungen Plagwitz und Kleinzschocher, vgl. Stadtplan bei LVZ-OnlineInternetverbindung erforderlich!).

Die 1.057 m lange Straße beginnt an der Karl-Heine-Straße (hier ursprünglich: »Leipziger Allee«, später »Leipziger Straße«, Gemarkung Plagwitz, am westlichen Brückenlager der Plagwitzer Brücke über die Weiße Elster), führt zunächst einige Meter am Elster-Ufer entlang geradlinig nach Süden und biegt dann nach Südwesten, so dass sie (quasi als deren gedachte Verlängerung) genau in der Achse der am anderen Brückenlager endenden Käthe-Kollwitz-Straße (hier ursprünglich: Plagwitzer Straße) liegt. Diese Richtung behält die Nonnenstraße bis zu ihrem Ende, wobei sie stets in einem Abstand von ca. 60 m bis 120 m nordwestlich parallel der hier etwas geschwungenen Weißen Elster bleibt.

In ihrem nun geradlinigen Verlauf nimmt die Nonnenstraße zunächst die nach Nordwesten führende Erdmannstraße auf, kreuzt die Ernst-Mey-Straße (ursprünglich: »Elsterstraße«), nimmt die nach Nordwesten abzweigende Weißenfelser Straße auf, überquert auf der Nonnenbrücke den Karl-Heine-Kanal, kreuzt dann die Industriestraße (hier ursprünglich: »Carlstraße«, später: »Jahnstraße«), wobei sie gleichzeitig in die Gemarkung Kleinzschocher wechselt, und mündet schließlich in einem spitzen Winkel in die in Nord-Süd-Richtung verlaufende Erich-Zeigner-Allee (hier ursprünglich: »Elisabethallee«). Die geradzahligen Hausnummern befinden sich auf der nordwestlichen Straßenseite. Seit dem 01.07.1993 gehört die Nonnenstraße zum Postleitbezirk 04229.

Die Straße wurde in den 1860er Jahren in der Gemeinde Plagwitz angelegt und erhielt hier den Namen Nonnenstraße (nach dem auf der gegenüber liegenden Elster-Seite liegendem Waldstück »Die Nonne« und damit letztlich nach dem mittelalterlichen Benediktinerinnen-Kloster St. Georg). Der in Kleinzschocher liegende Teil der Straße hieß ursprünglich Clarastraße.

Entlang der Plagwitzer Nonnenstraße siedelten sich rasch zahlreiche Industriebetriebe an, u.a. vor 1860 Dr. Sellnicksche Teppichweberei (Nonnenstr. 5, 1870 an Mey & Edlich verkauft), 1869 Fa. Mey & Edlich (Nonnenstr. 5 sowie 12-18), 1875 Fa. Tittel & Krüger (Wollgarnfärberei; seit 1952: VEB Leipziger Wollgarnfabrik, seit 1969 zum VEB Buntgarnwerke Leipzig), 1878 Fa. Phil. Penin (Nonnenstr. 42/44).

Nachdem am 01.01.1891 sowohl Plagwitz als auch Kleinzschocher in die Stadt Leipzig eingemeindet wurden, wurde am 09.12.1891 beschlossen, die Clarastraße mit Wirkung vom 04.05.1893 mit zur Nonnenstraße zu ziehen.

Von 1888 bis 1925 wurde die Clara- bzw. Nonnenstraße südwestlich der Kreuzung mit der Industriestraße niveaugleich (!) von der eingleisigen Plagwitz-Connewitzer Eisenbahn gekreuzt, die für den Güterzugverkehr genutzt wurde.

Von 1897 bis 1922 führte über den nördlichen Abschnitt der Nonnenstraße die zweigleisige Altplagwitzer Straßenbahntrasse der (blauen) Großen Leipziger Straßenbahn. Sie kam (landwärts gesehen) von der Plagwitzer Straßenbahntrasse, wo sie an der Plagwitzer Brücke nach Süden in die Nonnenstraße einbog, und verließ die Nonnenstraße an der Weißenfelser Straße, in die sie nach Nordwesten einbog.

Am 23.02.1933 traf an der Kreuzung Nonnenstraße / Ernst-Mey-Straße eine Gruppe des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold mit einem SA-Trupp zusammen. Dabei wurde der Plagwitzer Maschinenschlosser W. Heinze (1900-1933) erstochen - er war das erste Todesopfer der Leipziger Arbeiterbewegung nach der nationalsozialistischen Machtergreifung vom 30.01.1933.

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