Napoléon

* 15.08.1769 Ajaccio (Korsika); gestorben05.05.1821 Longwood (St. Helena)

Napoléon (eigentlich: Napoleone Buonaparte) war ein bedeutender französischer Militär und Staatsmann.

Von 1799 bis 1804 war er Erster Konsul. Am 02.12.1804 krönte er sich in Paris zum »Kaiser der Franzosen«, am 26.05.1805 in Mailand zum »König von Italien«.

Im Jahr 1806 betrieb Napoléon die Bildung des Rheinbunds, der sich am 01.08.1806 vom Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation lossagte; damit gilt er als Zerstörer des Alten Reichs. Nach der verlorenen Schlacht von Jena schloss sich auch Sachsen im Frieden von Posen vom 11.12.1806 dem Rheinbund an, dafür wurde es zum Königreich erhoben. Bis zur Völkerschlacht im Oktober 1813 stand Sachsen nun an der Seite Napoléons.

Napoléon weilte dreimal in Leipzig. Am 23.07.1807 kam er, aus Tilsit1) kommend, in Leipzig an. Am 14.12.1812 logierte er, auf dem Rückzug von Russland nach Frankreich, einige Stunden im Hôtel de Prusse. Am 14.10.1813 kam er aus Düben nach Leipzig, nahm jedoch zunächst Quartier im Landhaus des Bankiers Vetter in Reudnitz. Nach dem gewonnenen Gefecht bei Wachau ließ Napoléon am 16.10.1813 in Leipzig schon alle Glocken läuten und seinen Sieg feiern. Die Nacht vom 16.10. zum 17.10.1813 verbrachte er im Biwak bei Meusdorf. In der folgenden Nacht weilte Napoléon im Rittergut Stötteritz (oberen Teils). Am Nachmittag bezog er Stellung auf der Marienhöhe bei der Quandtschen Tabakmühle, wo er die Kampfhandlungen bei Probstheida und Meusdorf beobachtete und dabei die massiven Verluste der französischen und Rheinbund-Truppen zur Kenntnis nehmen musste. Die Nacht vom 18.10. zum 19.10.1813 verbrachte der Kaiser wieder im Hôtel der Prusse, direkt an (aber noch vor) den Mauern der Stadt.

Am Morgen des 19.10.1813 verabschiedete sich Napoléon in Apels Haus (seit 1904 Königshaus) am Markt vom sächsischen König Friedrich August I. (1750-1827), und floh dann aus der Stadt. Zunächst eilte er vom Markt durch die Hainstraße zum Platz am dem Ranstädter Thore (seit 1913 Richard-Wagner-Platz). Dort musste er aber umkehren, woraufhin er durch die Fleischer- und Klostergasse, den Thomaskirchhof, die Burgstraße und die Schloßgasse zum Peterstor flüchtete, wo er Leipzig verließ. Nun ging er zunächst wieder zum Hôtel de Prusse auf den Roßplatz, kehrte dann aber um und eilte auf der Promenade außerhalb der Stadtmauern zum Fleischerplatz, von dem aus er auf den Ranstädter Steinweg gelangte und seinen schon abgezogenen Haupttruppen in Richtung Westen folgen konnte.

Quellen

Fußnote:
 1) heute: Sovetsk (Gebiet Kaliningrad, Russland)