Königshaus

Das Königshaus ist ein historisches Gebäude in der Leipziger Altstadt. Es befindet sich auf dem Grundstück Markt 17 (alte Häusernummer 2) am Südrand des Markts.

Lageplan
Es liegt zwischen der Mädlerpassage (Grimmaische Straße 2, ursprünglich: Auerbachs Hof) im Osten und dem ehemaligen Messehaus am Markt (Markt 16) im Westen. Schräg gegenüber befindet sich das Alte Rathaus.

Der Leipziger Fabrikant und Handelsherr A. D. Apel (1662-1718) kaufte im Jahr 1704 das im Jahr 1558 errichtete Welschische Haus auf dem heutigen Grundstück Markt 17 und ließ es 1705/1706 vom Ratsmaurermeister J. G. Fuchs (1650-1715) im Barockstil umbauen (vgl. Ansicht). Seitdem wurde es als Apels Haus, später als Thomésches Haus bezeichnet.

Apels Haus diente den Kurfürsten von Sachsen als Quartier, wenn sie in Leipzig waren. Sie hatten bereits für Teile des alten Gebäudes einen Mietvertrag. Erstmals wohnte Kurfürst Friedrich August I. (»der Starke«, 1670-1733) im Jahr 1706 im neuen Haus.

Im Winter 1760/61 hatte der preußische König Friedrich II. (1712-1786), der Leipzig seit 1756 besetzen ließ, sein Winterquartier in Leipzig und wohnte in Apels Haus. Am 11.12.1760 fand hier ein Gespräch mit dem Dichter C. F. Gellert (1715-1769) statt, bei dem der König Gellert zwar lobte, aber auch gesagt haben soll, er hasse die deutsche Sprache.

Von 1775 bis zum Umzug in das Gewandhaus 1781 fanden im Thoméschen Haus die Konzerte der von J. A. Hiller (1728-1804) gegründeten »Musikübenden Gesellschaft« statt.

Am 19.10.1813 fand in Apels Haus die letzte Besprechung des Kaisers der Franzosen Napoléon (1769-1821) mit dem König von Sachsen Friedrich August I. (»der Gerechte«, 1750-1827) statt; während der Kaiser flüchtete, wurde der König hier festgenommen.

Am 15.10.1820 starb in Apels Haus der österreichische Feldmarschall K. P. Reichsfürst zu Schwarzenberg (1771-1820).

Seit 1904 heißt das Haus offiziell Königshaus.

Von 1906 bis 1913 wurde das Kino American-Theater im Königshaus betrieben.

Briefmarke
Briefmarke von 1978

In den Jahren 1915 / 1916 wurde das Königshaus durch den Architekten G. Pflaume († 1930) zum Messehaus umgebaut.

Im Jahr 1932 legte der Architekt Curt Schiemichen im Königshaus eine Passage an, die am 26.08.1932 eröffnet wurde und zum Gebäude Petersstraße 13 führte. Beim Bombenangriff auf Leipzig vom 04.12.1943 wurde ein Teil der Passage und der Ausgang in die Petersstraße zerstört.

In den Jahren 1961/1963 wurde die Königshauspassage an die Messehofpassage angeschlossen.

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