Hainstraße

Die Hainstraße (amtlicher Straßenschlüssel 01042) ist eine Anliegerstraße in der nördlichen Leipziger Innenstadt (Gemarkung Leipzig, Ortsteil Zentrum, statistischer Bezirk 001).

Die 233 m lange Straße beginnt am Markt, führt geradlinig und kreuzungsfrei in nordwestliche Richtung und mündet schließlich in das Südost-Ende des Richard-Wagner-Platzes (ursprünglich: »Am Ranstädter Thore«, »Theaterplatz«), wo auch der nach Osten führende Brühl sowie die nach Südwesten führende Große Fleischergasse beginnen. Die geradzahligen Hausnummern befinden sich auf der nordöstlichen Straßenseite. Seit dem 01.07.1993 gehört die Straße zum Postleitbezirk 04109.

Die Straße ist als Teil der mittelalterlichen, später via imperii genannten Nord-Süd-Fernstraße eine der ältesten Straßen der Stadt Leipzig. Am Nord-Ende der heutigen Hainstraße kreuzte sie die in Ost-West-Richtung führende via regia (heute: Brühl). An dieser Kreuzung entstand im 7. Jahrhundert die slawische Siedlung Lipsk mit einem ersten Markt, aus der sich später die Stadt Leipzig entwickelte.

Im 10./11. Jahrhundert wurde der Markt an seinen heutigen Platz am Süd-Ende der Hainstraße verlagert. Um 1100 wurde die via imperii nach Osten aus der Hain- in die Reichsstraße verlegt.

Die Straße wurde im Jahr 1390 erstmals namentlich erwähnt und hieß damals Ranstädter Straße (nach dem Städtchen Markranstädt, der nächsten größeren Siedlung an der via regia in Richtung Westen). Der heutige Straßenname Hainstraße (zunächst auch in den Schreibweisen »Hagen-«, »Heun-« oder »Hoyn-« -Straße) setzte sich im 15. Jahrhundert durch und wird gewöhnlich in Beziehung mit dem Rosental gebracht, einem Waldgebiet (»Hain«) nordwestlich der Leipziger Altstadt, in dessen Richtung die Straße ungefähr zeigt.

In der Hainstraße lagen zahlreiche Höfe, die z.T. Durchgänge in die benachbarten Straßen aufwiesen (auf der südwestlichen Straßenseite zur Fleischergasse, auf der nordöstlichen Straßenseite zur Katharinenstraße).

Bei der Hauszählung von 1793 lagen die Gebäude mit folgenden Häusernummern in der Hainstraße: auf der (süd-) westlichen Straßenseite Nr. 193 (am Barfußgäßchen) bis Nr. 211 sowie auf der (nord-) östlichen Straßenseite Nr. 339 (am Markt) bis Nr. 355 (am Brühl).

In der Hainstraße existier(t)en zahlreiche Häuser mit eigenen Namen (heutige Hausnummern):

Hainstraße
Große Tuchhalle 31   26  
  29
Kleiner Pelikan 27 24  
  25 22  
Bärmanns Hof 23 20  
Goldener Elefant 21 16/18 Hôtel de Pologne (bis 1917)
Jägerhof (seit 1920) 17/19
  15 14 Blauer und goldener Stern
  13 12  
  11 10 Großer Joachimsthal
Adlerapotheke 9 8  
  7 6  
Kleiner Joachimsthal 5 4  
Webers Hof 3 2  
Barthels Hof 1

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