Gaschwitzer Eisenbahn

Die Plagwitz-Gaschwitzer Eisenbahn wurde im Jahr 1879 von den Königlich Sächsischen Staatseisenbahnen eröffnet. Sie diente der Eisenbahnanbindung der sich rasch industriell entwickelnden Gemeinden Plagwitz und Lindenau westlich der Stadt Leipzig durch sächsische Eisenbahnen, da dort bisher nur die zunächst private, dann königlich preußische Zeitzer Eisenbahn verkehrte.


Streckenverlauf

Die 9,9 km lange eingleisige Strecke zweigt in Gaschwitz (seit 01.07.1993 zur Stadt Markkleeberg) von der (ursprünglich privaten, dann königlich sächsischen) Bayerischen Eisenbahn ab und führt über Gautzsch (seit 1934 zur Stadt Markkleeberg) nach Plagwitz, wo sie seit 1907 am sächsischen Staatsbahnhof Plagwitz-Lindenau, der sich südöstlich des preußischen Staatsbahnhofs Plagwitz-Lindenau (heute: Bahnhof Leipzig-Plagwitz) befand, endete. Da die Gleisanlagen der preußischen und sächsischen Eisenbahnen hier zunächst nicht miteinander verbunden waren, war die Strecke zwischen Gaschwitz und Plagwitz quasi eine »Sackgasse«.

Auf dem heutigen Leipziger Stadtgebiet durchquert die Trasse die Gemarkungen Großzschocher, Kleinzschocher und Plagwitz. In Kleinzschocher und Plagwitz verlief die Streckenführung östlich und parallel der Zeitzer Eisenbahn, aber streng von ihr getrennt. Abweichend von der heutigen Streckenführung kreuzte die Trasse die Hauptstraße in Großzschocher (heute zur Dieskaustraße) weiter nördlich und bildete den Ostrand des Friedhofs Kleinzschocher.

Am 01.09.1879 wurde die Strecke Gaschwitz - Plagwitz eröffnet.

Am 01.05.1907 wurde die Eisenbahntrasse in der Gemarkung Großzschocher (westlich der heutigen Küchenholzallee) etwas nach Südwesten in die heutige Streckenführung verschwenkt, so dass sie nun westlich am Friedhof Kleinzschocher vorbei führt. Gleichzeitig wurde der neue sächsische Bahnhof Plagwitz-Lindenau in Betrieb genommen.

Am 01.04.1920 ging die Gaschwitz-Plagwitzer Eisenbahnstrecke mit den Sächsischen Staatseisenbahnen in der Reichsbahn auf.

Ab dem 30.08.1924 wurde die Strecke von der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft betrieben.

Am 13.07.1969 wurde entlang der Gaschwitzer Eisenbahnstrecke der S-Bahn-Verkehr durch die Linie A aufgenommen, die herzförmig vom Hauptbahnhof über Leutzsch und Plagwitz nach Gaschwitz und weiter über Stötteritz und Leipzig-Ost zum Hauptbahnhof sowie in Gegenrichtung verkehrte.

Im Jahr 1973 wurde südlich der Schwartzebrücke der S-Bahn-Haltepunkt »Schwartzestraße« eingerichtet.

Zuletzt pendelte auf der im Fahrplan der Deutschen Bahn AG als »501.2 (Waldbahn)« bezeichneten Strecke die S-Bahn-Linie S2 zwischen Gaschwitz und Plagwitz, wo in die S-Bahn-Linie S1 (Grünau-Hauptbahnhof-Stötteritz-Gaschwitz) umgestiegen werden konnte.

Mit dem Fahrplanwechsel vom 15.12.2002 wurde der S-Bahn-Verkehr entlang der Gaschwitzer Eisenbahn eingestellt und durch die von Markranstädt über Miltitz, Schönau, Meyersdorf und Großzschocher nach Markkleeberg führende (also weder Plagwitz noch Kleinzschocher berührende) Buslinie »65« »ersetzt«.

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