Leipzig-Plagwitz


Lage im Leipziger Eisenbahnnetz

Leipzig-Plagwitz (Leipzig-Plagwitz)? ist ein Bahnhof (Kurz­bezeichnung der Deutschen Bahn: LLP) im Westen der Stadt Leipzig. Er liegt am Kilometer 10,760 der Zeitzer Eisenbahn zwischen dem Haltepunkt Leipzig-Lindenau im Norden und dem Bahnhof Leipzig-Knauthain im Süden.

Die beiden außenliegenden, nicht überdachten Bahnsteige befinden sich südlich der Karl-Heine-Straße, die über Treppen und Aufzüge erreichbar ist. Eine Rampe führt vom stadtwärtigen Gleis 1 zum Bahnhofsvorplatz an der Engert­straße, wo sich die Gleisschleife Plagwitz der Straßenbahn befindet.

Der Bahnhof wurde am 20. Oktober 1873 von der privaten Thüringischen Eisenbahn-Gesellschaft eröffnet und hieß zunächst Plagwitz-Lindenau (Plagwitz-Lindenau). Tat­sächlich verläuft die Grenze zwischen den beiden Orten quer durch das Bahnhofs­gebäude. Neben diesem offiziellen Namen gab es seit 1879, als in unmittelbarer Nähe der absolut gleichnamige Bahnhof »Plagwitz-Lindenau« der Sächsischen Staats-Eisenbahn eröffnet wurde, die unterscheidende Bezeichnung Zei­tzer Bahnhof (Zeitzer Bahnhof), während der neue sächsische Bahnhof »Gaschwitzer Bahnhof« genannt wurde.

Nach der Übernahme des Betriebs der Strecken der Thüringischen Eisenbahn-Gesellschaft durch die Preußische Staats-Eisenbahn im Jahre 1882 erhielt der Bahnhof den Namen Plagwitz-Lindenau Preuß Stb, der am 1. März 1911 geringfügig zu Plagwitz-Lindenau Pr Stb geändert wurde.

Im Jahre 1897 wurde durch die Preußisch-Hessische Staats-Eisenbahnen die Pörstener Eisenbahn eröffnet, die ihren nördlichen Endpunkt im Bahnhof Plagwitz-Lindenau hatte.

Im Jahre 1907 wurde die Gaschwitzer Eisenbahn, die zuvor im benachbarten »Gaschwitzer Bahnhof« endete, an den »Zeitzer Bahnhof« angebunden. Seitdem machte die Unterscheidung nach den Endpunkten der Strecken keinen Sinn mehr, da der gesamte Personenverkehr nur noch über den alten, jetzt preußischen Bahnhof abgewickelt wurde, während der neue, sächsische Bahnhof ausschließlich dem Güterverkehr diente. Dennoch finden sich die Namen »Zeitzer« und »Gaschwitzer« noch lange auf Plänen und Karten.

Nachdem am 1. April 1920 die Preußisch-Hessischen Staatsbahnen in der Deutschen Reichsbahn aufgegangen war, wurde der Bahnhof am 16. Oktober 1920 wieder in Plagwitz-Lindenau zurückbenannt. Am 1. Juni 1922 erhielt er den noch heute gültigen Namen Leipzig-Plagwitz.

Seit dem 12. Juli 1969 dient der Bahnhof Plagwitz auch als Haltepunkt der Leipziger S-Bahn.

Im Jahre 1977 wurde die S-Bahn-Strecke Plagwitz–Grünau eröffnet, die ihren östlichen Endpunkt im Bahnhof Plagwitz hat.

Im Jahre 1998 wurde die Pörstener Eisenbahn stillgelegt, 2002 wurde der Personenverkehr auf der Gaschwitzer Eisenbahn eingestellt.

Zwischen 2011 und 2015 wurde der Bahnhof Plagwitz grundlegend umgestaltet. Die vormaligen zwei Mittelbahnsteige, die durch einen Tunnel miteinander verbunden waren, wurden abgebrochen und durch zwei Seitenbahnsteige ersetzt. Die Gleise 3 und 3a wurden abgebaut; immerhin wurde neben dem Seitenbahnsteig für Gleis 2 noch Platz für ein drittes Gleis gelassen.

Der Bahnhof wird zur Zeit von der S-Bahn-Linie S1 sowie den Regionalzügen in Richtung Zeitz, Saalfeld und Probstzella bedient.

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Literatur

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