Industriestraße

Die Industriestraße (amtlicher Straßenschlüssel 05093) ist eine Anliegerstraße in den Leipziger Stadtteilen Schleußig und Plagwitz (Ortsteile Schleußig [Hausnummern 1-35 und 2-28] und Plagwitz [Hausnummern 41 bis 101 und 34 bis 86], Gemarkungen Schleußig, Kleinzschocher und Plagwitz).

Die 1.334 m lange Straße besteht aus drei Abschnitten:

Der östliche, in Schleußig liegende Teil beginnt am ehemaligen Jahnsteg über die verfüllte Rödel (Gemarkungsgrenze zwischen Leipzig und Schleußig) und führt zunächst geradlinig in nordwestliche Richtung. Dabei kreuzt er die Könneritzstraße und die hier verkehrende Schleußiger Straßenbahntrasse, die Brockhausstraße und die Holbeinstraße (ursprünglich: »Seumestraße«, später: »Steubenstraße«). Auf der Karlbrücke überquert er die Weiße Elster und verlässt die Gemarkung Schleußig. – Dieser östliche Abschnitt wurde im Heine- / Hüfferschen Bebauungsplan für Schleußig von 1876 als »Straße D« projektiert und lag im Baufeld von Dr. C. Heine (1819–1888), das »Neuschleußig« genannt wurde. Er erhielt den Namen Jahnstraße (Jahnſtraße),? wurde um 1890 von der Leipziger Westend-Baugesellschaft erschlossen und um 1900 beidseitig bebaut.

Am Westufer der Weißen Elster tritt die Straße selbst in die Gemarkung Plagwitz; der südwestliche Straßenrand bildet aber die Gemarkungsgrenze zu Kleinzschocher, so dass die hier gelegenen Grundstücke zur Gemarkung Kleinzschocher gehören. Die Industriestraße behält ihre ursprüngliche nordwestliche Richtung, kreuzt dabei die Nonnenstraße, die auf der südwestlichen, kleinzschocherschen Seite bis 1893 »Clarastraße« hieß, und mündet schließlich auf die Erich-Zeigner-Allee (hier ursprünglich: »Canalallee«, später: »Canalstraße«, »Elisabethallee«). – Dieser mittlere Abschnitt hieß ursprünglich Carlstraße (Carlſtraße)?. Er wurde nach der zum 01.01.1891 erfolgten Eingemeindung von Schleußig, Kleinzschocher und Plagwitz nach Leipzig, aber noch vor 1900, zur Jahnstraße gezogen, da es den Straßennamen »Carlstraße« in Leipzig bereits gab.

Von 1888 bis 1925 verlief südlich parallel dieser beiden Abschnitte der heutigen Industriestraße die eingleisige Plagwitz–Connewitzer Eisenbahn, die für den Güterzugverkehr genutzt wurde.

Mit einem deutlichen Versatz nach Süden, südlich (!) der Kreuzung der ehemaligen Plagwitz–Connewitzer Eisenbahn mit der Erich-Zeigner-Allee, führt die Industriestraße in eine etwas westlichere Richtung, wobei von hier ab aber beide Straßenseiten zur Gemarkung Plagwitz gehören. Dabei kreuzt sie die Zschochersche Straße und die hier verkehrende Kleinzschochersche Straßenbahntrasse, und mündet schließlich in die Gießerstraße. – Dieser westliche Abschnitt hieß ursprünglich Steinstraße (Steinſtraße)? und wurde ebenfalls zwischen 1891 und 1900 wegen Namensgleichheit mit einer Straße in Leipzig mit zur Jahnstraße gezogen.

Die geradzahligen Hausnummern befinden sich auf der nordöstlichen Straßenseite. Seit dem 01.07.1993 gehört die Straße zum Postleitbezirk 04229.

Am 17.07.1956 wurde beschlossen, die Jahnstraße mit Wirkung vom 01.08.1956 in Industriestraße umzubenennen (nach den Industriegebieten von Plagwitz).

Mitte der 1990er Jahre wurde die vorher platzartige, wegen des Versatzes etwas unübersichtliche Kreuzung Industriestraße / Erich-Zeigner-Allee umgestaltet, wobei ein Kreisverkehr angelegt wurde.

Seit dem 01.04.1995 gehören die Grundstücke westlich der Zschocherschen Straße (Hausnummern 54 bis 86 sowie 61 bis 101) zum Sanierungsgebiet Plagwitz.

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