Rathenaustraße

Die Rathenaustraße (amtlicher Straßenschlüssel 07161) ist eine Anliegerstraße im Leipziger Stadtteil Leutzsch (Ortsteil Leutzsch, Gemarkung Leutzsch).

Die 909 Meter lange Straße beginnt an der Hans-Driesch-Straße (am ursprünglichen Übergang der von Südwesten kommenden »Rathausstraße« in die nach Osten führende »Leipziger Straße«, später: »Graf-Spee-Straße«) und führt zunächst geradlinig in nordwestliche Richtung, nimmt dabei die von Westen kommenden Straßen Am Tanzplan (ursprünglich: »Kurze Straße«) und Pfingstweide (ursprünglich: »Bülowstraße«) auf. Nördlich der Einmündung der Straße »Pfingstweide« befindet sich platzartig eine dreieckige Grünanlage. Die bisherige Richtung der Rathenaustraße aufnehmend, führt die Laurentiusstraße (ursprünglich: »Albertstraße«) von diesem Platz aus weiter nach Nordwesten, während die Rathenaustraße die Richtung der dritten Seite des Platzes aufnimmt und (quasi abbiegend) von hier aus geradlinig nach Nordosten führt. Dabei nimmt sie die von Westen kommende Blüthnerstraße (ursprünglich: »Carolastraße«, später: »Bienitzstraße«) auf, die gemeinsam mit der Rathenaustraße und der Laurentiusstraße eine weitere platzartige, dreieckige Grünanlage bildet. Im weiteren Verlauf nimmt die Rathenaustraße die von Westen kommende Karl-Schurz-Straße (ursprünglich: »König-Georg-Straße«), die von Südosten kommende Paul-Michael-Straße (ursprünglich: »Thorerstraße«) und in einer gemeinsamen Kreuzung die von Westen kommende Philipp-Reis-Straße und die nach Osten führende Otto-Schmiedt-Straße auf und endet schließlich als Sackgasse vor der Thüringer Eisenbahn (am Ost-Ende des Bahnhofs Leutzsch, gegenüber dem Beginn der weiter nach Norden führenden Gustav-Esche-Straße, zu der Fußgänger durch eine kleine Unterführung gelangen).

Die geradzahligen Hausnummern befinden sich auf der östlichen Straßenseite. Seit dem 01.07.1993 gehört die Straße zum Postleitbezirk 04179.

Die Straße wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in der Gemeinde Leutzsch angelegt und erhielt zunächst den Namen Bahnhofstraße (nach dem Bahnhof Leutzsch, zu dem sie vom alten Ortskern Leutzsch aus führte).

Seit dem 14.04.1899 führte die Leutzscher Straßenbahntrasse entlang der gesamten Bahnhofstraße. Sie kam aus der Rathausstraße und endete am nördlichen Straßenende zunächst an einer Kuppel-Endstelle.

Am 24.03.1908 wurde im südwestlichen Winkel Thüringer Eisenbahn/ Bahnhofstraße der Straßenbahnhof Leutzsch mit der ersten Leipziger Gleisschleife in Betrieb genommen.

Da es bei der Eingemeindung von Leutzsch in die Stadt Leipzig am 01.01.1922 bereits eine Bahnhofstraße gab1) und durch die gleichzeitig erfolgten Eingemeindungen von Großzschocher-Windorf, Paunsdorf und Wahren noch drei weitere Bahnhofstraßen hinzu kamen, mussten in den nächsten Jahren vier Bahnhofstraßen umbenannt werden.

Im Jahr 1925 wurde die Leutzscher Bahnhofstraße in Rathenaustraße umbenannt (nach dem ermordeten Reichsaußenminister W. Rathenau, 1867–1922).

Von 1930 bis zu seiner Verhaftung am 12.08.1944 wohnte Dr. C. Goerdeler (1884–1945), von 1930 bis 1937 Oberbürgermeister der Stadt Leipzig, in der Villa Rathenaustraße 23.

Im Jahr 1933 wurde die Rathenaustraße in Kapitän-Haun-Straße umbenannt (nach dem Marine-Offizier J.-S. Haun, † 1914, Kapitän des Kreuzers »SMS Leipzig«, der am 08.12.1914 vor den Falkland-Inseln versenkt wurde; die Graf-Spee-Straße wurde aus gleichem Anlass benannt).

Am 19.05.1945 wurde die Kapitän-Haun-Straße mit sofortiger Wirkung in Rathenaustraße zurückbenannt.

Am 27.05.2001 wurde die Leutzscher Straßenbahntrasse im Abschnitt Hans-Driesch-/ Rathenaustraße für den Linienverkehr stillgelegt.

Quellen

 1) in Kleinzschocher, heute Rolf-Axen-Straße
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