Holteistraße

Die Holteistraße (amtlicher Straßenschlüssel 07120) ist eine Anliegerstraße im Leipziger Stadtteil Lindenau (Ortsteil Altlindenau, statistischer Bezirk 714, Gemarkung Lindenau, Flurstück 1240).


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Die 177 Meter lange Straße beginnt an der William-Zipperer-Straße (hier ursprünglich »Leutzscher Straße«, 1935–1945 »Theodor-Fritsch-Straße«, 19.05.–31.07.1945 »Carl-Goerdeler-Straße«) und führt geradlinig und kreuzungsfrei in west-südwestliche Richtung, wo sie auf die Georg-Schwarz-Straße (hier ursprünglich »Gundorfer Straße«, 1933–1945 »Schlageterstraße«, 19.05.–31.07.1945 »Gundorfer Straße«) mündet. Die geradzahligen Hausnummern befinden sich auf der nördlichen Straßenseite. Seit dem 1. Juli 1993 gehört die Straße zum Postleitbezirk 04177.

Die Straße wurde im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts in der Gemeinde Lindenau angelegt und erhielt zunächst den Namen Marienstraße (Marienſtraße)?. Vielleicht1) wurde sie nach einer Prinzessin von Sachsen benannt.

Da es bei der Eingemeindung von Lindenau in die Stadt Leipzig zum 1. Januar 1891 den Namen Marienstraße bereits viermal gab (in Connewitz, Eutritzsch, Gohlis und Alt-Leipzig), mussten vier Marienstraßen umbenannt werden.

Am 8. April 1905 wurde beschlossen2), die Lindenauer Marienstraße mit Wirkung vom 1. Januar 1906 in Holteistraße (Holteiſtraße) umzubenennen (nach dem schlesischen Mundartdichter3) Karl von Holtei, 1798–1880).

Quellen

Fußnote:
 1) jedenfalls wurden die benachbarten Wettiner- (heute Erich-Köhn-Straße) und Georgstraße (heute Spittastraße) mit Sicherheit, die benachbarte Augustenstraße (heute Nathanaelstraße) vermutlich ebenfalls nach Mitgliedern des Königshauses benannt. Die vom LEXIKON Leipziger Straßennamen favorisierten Marien-Deutungen (Pilgerin, Marienmägde [= Georgennonnen], beliebter Frauenname) sind in diesem Zusammenhang eher unwahrscheinlich.
 2) gleichzeitig wurden auch die anderen Marienstraßen umbenannt: in Connewitz Simildenstraße, in Eutritzsch Magdalenenstraße und in Gohlis Reginenstraße; die Alt-Leipziger Marienstraße konnte ihren Namen bis 1949 behalten (heute Chopinstraße)
 3) die benachbarten Hebelstraße und Reuterstraße (heute: Karl-Ferlemann-Straße) wurden ebenfalls nach Mundartdichtern benannt
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