Frank, Alfred

* 28.05.1884 Lahr in Baden; gestorben12.01.19451) Dresden

Alfred Frank war Maler und Graphiker sowie Anti­faschist in Leipzig.

Er erlernte zunächst den Beruf eines Litho­graphen und absolvierte dann eine Studien­reise durch Frankreich und Italien. Im Jahr 1906 begann er ein Studium an der Leipziger Akademie für Graphische Künste und Buch­gewerbe. Er wurde Mitglied der SPD und der Gewerk­schaft. Im Jahr 1914 zog er in das Haus Quandt­straße 11 (heute Alfred-Frank-Straße).

Im Jahr 1920 wurde A. Frank Mitglied der KPD, in der er mit der Spartakus­gruppe zusammen­arbeitete.

A. Frank trat der »Assoziation Revolutionärer Bildender Künstler Deutschlands« (»Asso«) bei, deren bedeutendster Leipziger Vertreter er wurde. Neben Land­schaften und Porträts schuf er auch Plakate, illustrierte Betriebs­zeitungen und arbeitete als Zeichner für die Sächsische Arbeiter-Zeitung.

Seit 1927 war A. Frank Lehrer an der Marxistischen Arbeiter­schule.

Nach der Machtergreifung der National­sozialisten wurde A. Frank bis zum Herbst 1933 in »Schutz­haft« genommen. Im Jahr 1934 wurde er zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Seit 1936 gehörte er zu einem anti­faschistischen Kreis von Intellektuellen, zu dem u.a. auch M. Blank (1901-1945), W. Heinze (1911-1945) und Dr. G. Sacke (1902-1945) gehörten, und der sich später an die Widerstands­gruppe um G. Schumann (1886-1945), O. Engert (1895-1945) und K. Kresse (1904-1945) anschloss.

Eine im Zweiten Weltkrieg von A. Frank angefertige Lenin-Büste überstand (eingemauert im Keller des Wohn­hauses) den Krieg und wurde später Teil der Leipziger Lenin-Gedenk­stätte.

Am 19.07.1944 wurde A. Frank nach Verrat von der Gestapo verhaftet und am 23.11.1944 vom 2. Senat des Volks­gerichtshof in Dresden zum Tode verurteilt.

Am 12.01.1945 wurde A. Frank im Alter von 60 Jahren in Dresden hingerichtet.

Am 01.08.1945 erhielt die bisherige Train­straße im Leipziger Stadt­teil Gohlis den Namen »Alfred-Frank-Straße«. Am 15.08.1946 wurde die Gohliser Alfred-Frank-Straße in »Fritz-Reuter-Straße« (heute Tresckow­straße) und gleich­zeitig die Schleußiger Quandt­straße in »Alfred-Frank-Straße« umbenannt. Am selben Tag erhielt eine bisher namenlose Frei­fläche im Leipziger Stadt­teil Reudnitz den Namen Alfred-Frank-Platz.

Nach A. Frank war von 1960 bis 1992 ein Kultur­zentrum (seit 1967 Kultur­haus) in der Gießer­straße 66/68 (Kleinzschocher, Kultur­haus »Alfred Frank«, heute: »Mätzschkers Festsäle«), von 1975 bis 1992 eine Poly­technische Ober­schule in der Hannoverschen Straße 2 (Gohlis, Alfred-Frank-Oberschule) und bis 1991 eine Kaserne in Möckern (Alfred-Frank-Kaserne) benannt.

Im Jahr 1978 wurde ein Denkmal zu Ehren A. Franks in der kleinen drei­eckigen Grün­anlage an der Ein­mündung der Brockhaus­straße auf die Könneritz­straße (damals: »Maurice-Thorez-Straße«) aufgestellt. Nach drei­maligem Vandalismus wurde die Porträt­büste ins Kultur­haus »Alfred Frank« umgesetzt. - Eine Bronze­büste befand sich auch in der Alfred-Frank-Kaserne. Auf dem Hof der 34. Poly­technischen Oberschule »Michail Kalinin« im Schul­gebäude Straße der DSF 110 (heute: Delitzscher Straße) wurde ein Gedenk­stein errichtet.

Der künstlerische Nachlass A. Franks wird heute vor allem im Leipziger Museum für bildende Künste verwahrt.

Quellen

Fußnote:
 1) hingerichtet
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