Palmengarten

Der Palmengarten ist eine 22 Hektar große Grünanlage (den Klingerhain, der ursprünglich mit zum Palmengarten gehörte, mit gerechnet) westlich der Leipziger Altstadt (Ortsteil Lindenau, Gemarkung Leipzig).

Das Hauptgelände des Parks (ohne Klinger­hain) wird um­schlossen von der Jahn­allee (hier ur­sprüng­lich »Frank­furter Straße«) im Norden, einem Damm in süd­licher Verlängerung des Cotta­wegs im Osten, der Weißen Elster und der (»Kleinen«) Luppe (Gemarkungs­grenze zu Plagwitz) im Süden und der Lützner Straße (an Stelle des ursprünglich hier fließenden Kuhburger Wassers, zugleich Gemarkungs­grenze zu Lindenau) im Westen.

Ursprünglich befand sich hier am West-Ufer der Elster-Pleißen-Aue ein Teil des Leipziger Auenwaldes. Im Jahr 1893 fand auf dem Nordteil des späteren Parkes drei Wochen lang die Internationale Gartenbauausstellung anlässlich des 50jährigen Bestehens des Leipziger Gärtner-Vereins statt. Danach wurde ein Wettbewerb zur Nachnutzung des Geländes ausgeschrieben, den der Lindenauer Gärtnereibesitzer Otto Moosdorf gewann. Im Jahr 1896 wurde eine Aktiengesellschaft zur Realisierung des Projektes eines Vergnügungsparkes gegründet. Sie erwarb auch den südöstlich am gegenüberliegenden Elster-Ufer liegenden Ritterwerder (seit 1917 Klingerhain) und pachtete das Hauptgelände von der Stadt. Ebenfalls zum Park gezogen wurde das Gelände des Kuhturms in der Nordost-Ecke des Geländes; der Kuhturm wurde dabei als Vorderes Restaurant genutzt. Am 29. April 1899 wurde der Palmengarten mit einer Festrede des Oberbürgermeisters Otto Georgi (1831–1918) feierlich eröffnet.

Das Hauptgelände wurde mit dem Ritterwerder durch eine Brücke (Vier-Jahreszeiten-Brücke, heute Klingerhainbrücke) verbunden, über die der Hauptweg führte, der am südöstlichen Eingang des Palmengartens (an der Plagwitzer Straße [heute zur Käthe-Kollwitz-Straße]) begann, in leicht geschwungenem Verlauf den gesamten Palmengarten durchquerte und am nördlichen Eingang (an der Frankfurter Straße) endete.

Hauptanziehungspunkt des Palmengartens war das Gesellschafts- und Konzerthaus, das sich im nördlichen Teil des Parks befand, sowie das unmittelbar südlich angebaute 1.280 m² große Palmenhaus, das neben Palmen auch zahlreiche andere tropische Pflanzen beherbergte. Südöstlich dieses Gebäude­komplexes befindet sich ein 11.050 m² großer Teich mit Insel, über die auch der Hauptweg führt.

Im Jahr 1921 wurde der bisher von einer Aktiengesellschaft betriebene Palmengarten von der Stadt Leipzig übernommen.

Im Jahr 1936 wurde der Palmengarten aus finanziellen Gründen auf das Gebiet nördlich der Elster verkleinert, indem die Mauer an der Plagwitzer Straße abgebrochen und ein Kassenhäuschen hinter der Klingerhainbrücke errichtet wurde. Der Klingerhain war damit frei zugänglich.

Am 10. Januar 1939 wurden das Gesellschafts- und das Palmenhaus gesprengt, um Bau­freiheit für die für das Jahr 1940 auf dem Gelände geplante, aber nie durchgeführte Gutenberg-Ausstellung zu schaffen.

Mit Beschluss vom 24. September 1954 wurde aus dem ehemaligen König-Albert-Park, dem Johannapark und dem Scheibenholzpark der Zentrale Kulturpark »Clara Zetkin« geschaffen, zu dem in der Folgezeit offenbar auch der Palmengarten gezählt wurde, so dass sein eigentlicher Name immer mehr verdrängt wurde.

Im Jahre 2011 wurde beschlossen, dass der Palmengarten (sowie der Klingerhain und der Johannapark) wieder ihre historischen Namen zurückerhalten (Beschluss RBV-780/11 vom 20.04.2011).

Quellen

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