Die Mottelerstraße in Leipzig

Die Mottelerstraße ist eine Anliegerstraße im Leipziger Stadtteil Gohlis. Sie liegt auf der Gemarkung Gohlis und hat den amtlichen Straßenschlüssel 07041.

Die 369 Meter lange Straße beginnt an der Eisenacher Straße (ursprünglich »Lange Straße«) und führt geradlinig in nördliche Richtung. Dabei kreuzt sie die Kasseler Straße (ursprünglich »Querstraße«, später »Braustraße«, »Schkeuditzer Straße«) und die Georg-Schumann-Straße (hier ursprünglich »Äußere Hallische Straße«, später »Hallische Straße«) mit der hier seit 1891 verlaufenden Möckernsche Straßenbahntrasse, nimmt die von Osten kommende Cöthner Straße (ursprünglich: »Dorotheenstraße«) auf und endet schließlich als Sackgasse vor der Thüringer Eisenbahn. Die geradzahligen Hausnummern befinden sich auf der östlichen Straßenseite. Seit dem 1. Juli 1993 gehört die Straße zum Postleitbezirk 04155.

Die Straße wurde im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts auf ehemaliger Feldflur in der Gemeinde Gohlis angelegt und erhielt im Jahr 1889 den Namen Louisenstraße (nach Louise Nitzsche, 1810–1881, Besitzerin des Gohliser Schlößchens und Stifterin).

Ohne offiziellen Beschluss und entgegen dem Sachverhalt, dass sich Rechtschreibreformen nicht auf Eigennamen beziehen, setzte sich Anfang des 20. Jahrhunderts die Schreibweise Luisenstraße durch.

Am 09.07.1947 wurde beschlossen1), die Luisenstraße mit Wirkung vom 15.07.1947 in Huberstraße umzubenennen (nach dem Münchner Musikwissenschaftler Kurt Huber, 1893–1943, Mitglied der Widerstandsgruppe »Weiße Rose«). Nachdem man feststellte, dass es im Stadtteil Schleußig seit 1912 bereits eine Huberstraße gab, wurde am 16.07.1947 beschlossen, den einen Tag alten Namen in Mottelerstraße zu ändern (nach dem Sozialdemokraten Julius Motteler, 1838–1907, der mehrere Jahre in Leipzig lebte und hier starb).

Bei der Einführung der Kommunalen Gliederung wurde die Straße 1992 dem Ortsteil 90 Gohlis-Süd zugeordnet.

Seit dem 04.02.1995 gehört die Mottelerstraße zum Sanierungsgebiet Gohlis-Nord, das zum 31.07.1999 zum Sanierungsgebiet Gohlis erweitert wurde.

 1) offenbar in der irrigen Annahme, die Straße wäre nach einer Angehörigen eines Königshauses benannt; jedenfalls galt die Umbenennungswelle dieses Tages jenem Personenkreis, während Stifterinnen eigentlich unbehelligt blieben
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