Gohliser Schlösschen


Das Gohliser Schlösschen von Süden Vollbild (177 kB)

Das Gohliser Schlösschen ist ein Barockgebäude in der Menckestraße 22 (hier ursprünglich: »Hauptstraße«, Gemarkung Gohlis, Ortsteil Gohlis-Süd).

In den Jahren 1755/1756 baute sich der Leipziger Ratsbaumeister J. C. Richter (1708-1770) das Schlösschen als Sommerpalais. Er nutzte dazu Entwürfe von F. Seltendorff (1700?-1778). Das Grundstück, das später wegen des 36 m hohen Turms auch »das Turmgut« genannt wurde, entstand aus zwei benachbarten Bauerngütern an der Südseite des Dorfangers von Gohlis, die Richters Ehefrau Christiana Regina, geborene Hetzer (1724-1780) gehörten.

Die Inneneinrichtung wurde erst im Auftrag des nächsten Schlossherren Professor Dr. J. G. Böhme (1717-1780) vollendet, der den Festsaal bis 1779 von A. F. Oeser (1717-1799) ausmalen ließ.

Im Jahr 1793 kam das Schlösschen (und das Rittergut) durch Testament der J. K. Hetzer1) an die Stadt Leipzig.

Im Jahr 1832 verkaufte der Rat der Stadt Leipzig das Gohliser Schlösschen (ohne das Rittergut) für 17.150 Thaler an den Domherrn von Halberstadt W. von Alvensleben (1779-1838). Sein Sohn Gebhardt von Alvensleben (1816-1895) verkaufte das Gohliser Schlösschen im Jahr 1863 an den Leipziger Kaufmann Christoph Georg Conrad Nitzsche.


Briefmarke von 1962

Im Jahr 1906 erwarb die Stadt Leipzig das Gohliser Schlösschen endgültig.

Am 04.05.1935 wurde das Gohliser Schlösschen nach einer größeren Renovierung als »Haus der Kultur« wiedereröffnet. Im Jahr 1950 nahm das Bach-Archiv seinen Sitz im Gohliser Schlösschen und nutzte einige Räume bis 1985. Im Jahr 1953 erfolgte eine Instandsetzung des Gebäudes.

In den 1990er Jahren wurde das Gohliser Schlösschen einer vollständigen Sanierung unterzogen und am 28.10.1998 wiedereröffnet. Im Park des Schlösschens befindet sich das Königsdenkmal.

Im Jahr 1907 wurde eine Straße im Leipziger Stadtteil Gohlis nach dem Gohliser Schlösschen benannt (Schlößchenweg).

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Quellen

Fußnote:
 1) die Ehefrau des Bruders der Christiana Regina geborenen Hetzer, verwitweten Neuhauß, Richter und Böhme
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