Helmholtzstraße

Die Helmholtzstraße (amtlicher Straßenschlüssel 06015) ist eine Anliegerstraße im Leipziger Stadtteil Lindenau (Ortsteil Lindenau, Gemarkung Lindenau).

Die 373 Meter lange Straße beginnt an der Endersstraße (ursprünglich: »Teichstraße«, später: »Bahnhofstraße«, »Kaiser-Wilhelm-Straße« und »Kaiserstraße«) und führt geradlinig in südsüdöstliche Richtung. Dabei kreuzt sie die Aurelienstraße und mündet schließlich auf die Karl-Heine-Straße (hier ursprünglich: »Albertstraße«). Die geradzahligen Hausnummern befinden sich auf der westlichen Straßenseite. Seit dem 1. Juli 1993 gehört die Straße zum Postleitbezirk 04177.

Die Straße wurde im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts auf ehemaliger Lindenauer Feldflur angelegt und erhielt zunächst den Namen Bismarckstraße (Bismarckſtraße)?. Damit wurde der deutsche Staatsmann Otto Fürst von Bismarck (1815–1898) geehrt.

Da es nach der Eingemeindung von Lindenau zum 1. Januar 1891 den Straßennamen in Leipzig bereits gab und damals Alt-Leipziger Straßennamen generell geschont wurden, musste die Lindenauer Bismarckstraße umbenannt werden.

Am 7. Oktober 1901 wurde die IV. Realschule im Schulgebäude Bismarckstraße 6 eröffnet, die 1905 um eine Gymnasialstufe erweitert wurde und im Jahr 1928 den Namen »Helmholtzschule« erhielt.

Im Jahr 1905 erhielt die Lindenauer Bismarckstraße den Namen Kanzlerstraße (Kanzlerſtraße, ebenfalls nach Fürst von Bismarck, der ja seit 1871 Reichskanzler war).

Achtung! Seit 2001 trägt eine ganz andere Straße (im Leipziger Stadtteil Großzschocher) den Namen »Bismarckstraße«!
(Leider keine Ausnahme...)

Von 1907 bis 1910 wurde im nordwestlichen Winkel der Kreuzung mit der Aurelien­straße die evangelisch-lutherische Philippuskirche erbaut.

Bis zu seiner Verhaftung am 19. Juli 1944 wohnte der Buchdrucker und Antifaschist Kurt Kresse (1904–1945) im Haus Kanzlerstraße 35.

Am 18. Juli 1966 wurde die Kanzlerstraße in Rudkowsky­straße umbenannt (nach dem Spanienkämpfer Hermann Rudkowsky). An der am folgenden Tage stattfindenden Kundgebung nahmen u. a. der Bruder Arno des Geehrten sowie ausländische ehemalige Spanienkämpfer teil.

Am 19. November 1991 wurde beschlossen, die Rudkowskystraße mit Wirkung vom 1. Januar 1992 in Helmholtzstraße (Helmholtzſtraße) umzubenennen. Damit wird nun an den Naturforscher Hermann von Helmholtz (1821–1894) erinnert. Vermutlich war für die Namenswahl die hier befindliche Helmholtzschule ausschlaggebend.

Seit dem 1. April 1995 gehört die Helmholtzstraße zum Sanierungsgebiet Plagwitz.

Quellen

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