Weißestraße

Die Weißestraße (amtlicher Straßenschlüssel 03217) ist eine Anliegerstraße im Leipziger Stadtteil Stötteritz (Ortsteil Stötteritz, Gemarkung Stötteritz).

Die 467 m lange Straße beginnt an der Rudolph-Herrmann-Straße (ursprünglich: »Schulgasse«, später: »Augusta-Straße«) und führt geradlinig in westliche Richtung. Dabei kreuzt sie die Arnoldstraße, die Untere Eichstädtstraße, die Breslauer Straße (ursprünglich: »Mühlweg«, später: »Wasserturmstraße«) und mündet schließlich in die Schönbachstraße. Im Abschnitt zwischen Rudolph-Herrmann- und Arnoldstraße bildet die Straße den Nordrand des Weißeplatzes (ursprünglich: »Schulplatz«). Die geradzahligen Hausnummern befinden sich auf der nördlichen Straßenseite. Seit dem 01.07.1993 gehört die Straße zum Postleitbezirk 04299.


C. F. Weiße1)

Die Straße wurde im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts in der Gemeinde Stötteritz angelegt und erhielt im Jahr 1889 den Namen Christian-Weiße-Straße (nach dem Schriftsteller C. F. Weiße, 1726–1804; seit 1790 Besitzer des Ritterguts Stötteritz unteren Teils).

Am 15.05.1898 nahm die Leipziger Elektrische Straßenbahn eine Verlängerung der Stötteritzer Straßenbahntrasse in Betrieb, die aus der nördlichen Wasserturmstraße kommend zweigleisig (!) auch durch die Christian-Weiße-Straße führte, aus der sie nach Süden in die Arnoldstraße einbog. Hier verkehrte zunächst die mit einer grünen Tafel gekennzeichnete Linie, die am 17.12.1900 die Nummer »6« erhielt.

Von 1909 bis 1921/1922 befand sich das Kino Central-Theater Stötteritz auf dem Grundstück (Christian-) Weiße-Straße 18/18a.

Am 14.02.1912 wurde beschlossen, die Christian-Weiße-Straße in Weißestraße umzubenennen2).

Im Jahr 1917 wurde die eingleisige Straßenbahntrasse in der nördlichen Arnoldstraße und der östlichen Papiermühlstraße gebaut, so dass nun eine Gleisschleife entstand, die den Namen »Stötteritz / Weißestraße« erhielt und zeitweilig als Endstelle genutzt wurde.

Im Jahr 1944 wurden die stadtwärtigen Gleise in der Wasserturm- und Weißestraße (einschließlich des Kurvengleises aus der Weiße- in die nördliche Arnoldstraße!) ausgebaut und zur Reparatur kriegszerstörter Strecken benutzt, so dass seitdem (bis heute!) die Weißestraße nur noch in Richtung Endstelle Stötteritz befahren werden kann, während die Straßenbahnen in Richtung Stadtzentrum über die nördliche Arnoldstraße und die östliche Papiermühlstraße geleitet werden.

Im Frühjahr 1947 wurde im östlichen Abschnitt der Weißestraße zwischen Arnold- und Rudolph-Herrmann-Straße (am Nordrand des Weißeplatzes) eine Kuppel-Endstelle eingebaut, die seit dem 15.06.1947 als Endstelle der Linie »7« diente, während Linie »6« auch weiterhin zur Endstelle »Stötteritz / Holzhäuser Straße« führte.

Am 01.10.1953 vertauschten die Linien »6« und »4« ihre östlichen Endstellen, so dass nun die aus Knautkleeberg kommende Linie »4« nach »Stötteritz / Holzhäuser Straße« führte. Am Weißeplatz hatte seitdem die aus Eutritzsch kommende Linie »14« ihre Endstelle.

Im September 1960 wurde das 1944 ausgebaute Kurvengleis aus der Weiße- in die nördliche Arnoldstraße wieder eingebaut, so dass erneut eine stadtwärtige Gleisschleife entstand und die Kuppel-Endstelle am Weißeplatz aufgegeben werden konnte. Die Gleise blieben allerdings als Abstellgleise, die nur noch an die nördliche Arnoldstraße angebunden waren, erhalten.

Seit der Netzreform der LVB vom 27.05.2001 verkehrt allein die Straßenbahnlinie »4« (Gohlis / Landsberger Straße – Stötteritz) eingleisig durch die Weißestraße.

Fußnote:
 1) Abbildung aus: Zweihundert Bildnisse und Lebensabrisse berühmter deutscher Männer. Dritte verbesserte Auf­lage. Leipzig: Georg Wigand, 1870, S. 99
 2) am gleichen Tag erhielt auch der Weißeplatz seinen heutigen Namen, möglicherweise sollte der Namensstamm der Straße dem des Platzes angeglichen werden

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