Schulze-Delitzsch-Straße

Die Schulze-Delitzsch-Straße (amtlicher Straßenschlüssel 02155) ist eine Anliegerstraße im Leipziger Osten (Ortsteile Neustadt-Neuschönefeld [Hausnummern 1–41 und 2–30] und Volkmarsdorf [Hausnummern 43–127 und 32–46], Gemarkungen Neustadt [Hausnummern 1–41 und 2–30] und Volkmarsdorf [Hausnummern 43–127 und 32–46]).

Die 925 Meter lange Straße beginnt an der Rosa-Luxemburg-Straße (ursprünglich: »Spritzenweg«, später: »Äußere Tauchaer Straße«, »Tauchaer Straße«; Ortsteil Neustadt-Neuschönefeld, Gemarkung Neustadt), wo gleichzeitig die von Süden kommende Neustädter Straße (hier ursprünglich: »Hauptstraße«) endet, und führt geradlinig in östliche Richtung, bildet den Nordrand des Neustädter Markts (auf dem seit 1893 / 1894 die Heilig-Kreuz-Kirche steht), kreuzt (mit einem leichten Versatz nach Nordosten) die Hermann-Liebmann-Straße (ursprünglich: »Kirchstraße«, später: »Alfred-Kindler-Straße«; Ortsteilgrenze zu Volkmarsdorf), an derem Ostrand sie in die Gemarkung Volkmarsdorf wechselt und führt weiter nach Osten, bis sie schließlich in die Bennigsenstraße mündet. Die geradzahligen Hausnummern befinden sich auf der südlichen Straßenseite. Seit dem 01.07.1993 gehört die Straße zum Postleitbezirk 04315.

Der Abschnitt der Straße westlich der Hermann-Liebmann-Straße entstand im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts durch planmäßige Bebauung eines Teils des Rittergutsbezirks Schönefeld mit einem »Neuen Anbau«, der später als Gemeinde Neustadt selbstständig war. Dabei bildete sie dessen Nordrand.

Die neu angelegte Straße erhielt zunächst den Namen Spritzenweg, den auch die geradlinige Verbindung zwischen Leipzig und Schönefeld (heute Nordteil der Rosa-Luxemburg-Straße) führte. Da diese aber durch die Verlegung der Dresdner Eisenbahn unterbrochen wurde, fasste man offenbar die neue Ost-West-Straße als Ersatz / Umgehung für den unterbrochenen Spritzenweg auf (sie führt ja auf die damalige Kirchstraße, die durch eine Brücke mit Schönefeld verbunden ist) und gab ihr den gleichen Namen.

Im mittleren Abschnitt der Straße wurde auf der Nordseite (Hausnummer 23, am Neustädter Markt) ein Schulgebäude errichtet, in dem sich später die 18. Bezirksschule (1913) und die 15. Volksschule (1940) befanden. Heute wird es von der Wilhelm-Wander-Schule (Grundschule) genutzt.

Im Jahr 1884 erhielt der Spritzenweg den Namen Alleestraße.

Später wurde die Alleestraße geradlinig nach Osten quer durch Volkmarsdorf bis zur Grenze zu Sellerhausen verlängert, so wie dies auch mit den südlich parallel verlaufenden Ludwigstraße und Mariannenstraße, nicht aber mit der Marktstraße (heute: Meißner Straße) geschah.

Im Jahr 1913 wurde die Alleestraße in Wissmannstraße umbenannt (nach dem Afrika-Forscher und Kolonial-Offizier Hermann von Wissmann, 1853–1905, Gouverneur von Deutsch-Ostafrika 1895/1896).

Am 11.10.1950 wurde beschlossen, die Wissmannstraße mit Wirkung vom 01.11.1950 in Schulze-Delitzsch-Straße umzubenennen (nach dem Ökonomen F. H. Schulze, 1808–1883).

Seit dem 17.08.1992 gehört der westlich der Hermann-Liebmann-Straße gelegene Teil der Schulze-Delitzsch-Straße zum Sanierungsgebiet »Neustädter Markt«.

Impressum | Inhalt | Vorwort | Chronik | Register