Matthäikirchhof

Der Matthäi­kirchhof (amtlicher Straßen­schlüssel 01010) ist eine Anlieger­straße in der west­lichen Leipziger Innen­stadt (Orts­teil Zentrum, Gemarkung Leipzig).


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um 1893

Die 345 Meter lange Straße bildet den Rest eines ur­sprünglichen Platzes, von dem am West-Ende der Nord­seite die Töpfer­straße abzweigte und am Süd-Ende der Ost­seite die Kleine Fleischer­gasse endete. Außerdem stellten Stich­straßen am Nord-Ende der Ost­seite die Verbindung zur Großen Fleischer­gasse und am Ost-Ende der Südseite zum Dittrich­ring her. Auf dem Platz befand sich bis 1948 die Matthäi­kirche, an deren Süd­seite Wohn­häuser an­gebaut waren.

Seit dem 1. Juli 1993 gehört der Matthäi­kirchhof zum Postleitbezirk 04109.

Auf dem Gelände des heutigen Matthäikirchhofs befand sich seit dem 10. Jahrhundert die Leipziger Hauptburg. Nach deren Schleifung im Jahr 1224 entstand auf der Ruine das Franziskanerkloster mit der Barfüßerkirche. Im Jahr 1503 wurde der Platz erstmals urkundlich als Barfüßerkirchhof (Barfüßerkirchhof)? erwähnt.

Mit der Wiederherstellung der alten Klosterkirche als Neukirche in den Jahren 1698/1699 erhielt der Platz im Jahr 1698 den Namen Neukirchhof (Neukirchhof).

Bei der Hauszählung von 1793 lagen die Gebäude mit folgenden Häusernummern am Neukirchhof: 248 bis 253 (auf der Südseite des Verbindungswegs zwischen Neukirchhof und Fleischergasse), 254 bis 261 (auf der Südseite des Platzes), 262 bis 266 (auf der Westseite des Platzes), 267 bis 276 (auf dem Platz, südlich an die Kirche [Nr. 269] angebaut), 277 bis 284 (auf der Ostseite des Platzes), 285 bis 287 (auf der Nordseite des Verbindungswegs zwischen Neukirchhof und Fleischergasse) und 293 bis 302 (auf der Nordseite).

Am 13. Oktober 1894 wurde beschlossen, den Platz mit Wirkung vom 18. November 1894 in Matthäikirchhof (Matthäikirchhof) umzubenennen, nachdem die Neukirche bereits 1876 den Namen Matthäikirche erhalten hatte.

Beim Bombenangriff vom 4. Dezember 1943 wurde die Bebauung des Matthäikirchhofs weitgehend zerstört, die Ruinen wurden um 1948 abgebrochen. Anfang der 1980er Jahre wurde der ehemalige Platz mit dem gesamten Areal zwischen Töpferstraße, Großer Fleischergasse und Dittrichring mit Gebäuden der Bezirksdirektion Leipzig des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR bebaut.

Seit Dezember 1998 erinnert auf dem Matthäikirchhof das Matthäikirchdenkmal an die Matthäikirche.

siehe auch: Wagnerdenkmal

Quellen

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