Als »Gießerplatz« wird inoffiziell eine
viereckige Grünanlage im Leipziger Stadtteil
Kleinzschocher
bezeichnet. Sie wird umschlossen von einem Abschnitt der
Siemensstraße
im Norden, der
Gerhardstraße
im Osten, einem Abschnitt der
Antonienstraße im Süden
und einem Abschnitt der
Gießerstraße im Westen
(vgl. Stadtplan bei LVZ-Online
).
Obwohl sich der Platz vollständig auf der
Gemarkung
Kleinzschocher
befindet, wurde er 1992 dem
Ortsteil
Plagwitz zugeordnet.
Ursprünglich gehörte das Gelände des heutigen Platzes zur Kleinzschocherschen Feldflur »Die Klinge«. Auf dem etwas höher gelegenen Gebiet befand sich die Windmühle von Kleinzschocher, die im Jahr 1878 durch eine neue Windmühle aus Stein ersetzt wurde. Im Jahr 1889 wurde auch die neue Windmühle abgebrochen, als ringsherum die Bebauung mit Wohngebäuden geplant wurde. Der heutige Platz selbst wurde dann aber nicht bebaut, sondern zu einer Grünanlage gestaltet.
Der auf der Westseite des Platzes gelegene Gasthof »Zur Windmühle« gab sich im Jahr 1906 den Namen »Mätzschkers Festsäle«. Hier befand sich von 1907-1909 das erste Kleinzschochersche Kino Fata Morgana Theater. Von 1967-1992 wurde das Gebäude als Kulturhaus »Alfred Frank« genutzt, seit 1992 führt es wieder den Namen »Mätzschkers Festsäle« bzw. »Leipziger Ballhaus«.
Im Jahr 1928 wurde die entlang der Antonienstraße führende Meyersdorfer Straßenbahntrasse eröffnet, die in Höhe des Gießerplatzes eine Haltestelle (Nr. 0212) besitzt. Diese heißt heute etwas sperrig »Antonien-/Gießerstraße« – ebenso wie die landwärtige Bushaltestelle, die sich ebenfalls am Südrand des Platzes befindet. Der naheliegende Name »Gießerplatz« war wohl zu einfach für die Leipziger Verkehrsbetriebe.
Vom 09.12.1942 bis zum 24.03.1972 führte die Obus-Strecke (Linie A) entlang der Süd- und Westseite des Gießerplatzes.
Im Jahr 1984 wurde ein Brunnen auf dem Gießerplatz eingeweiht, der vom VEB Pumpen- und Gebläsewerk gestiftet wurde.