Reinecke, Carl

* 23.06.1824 Altona1)/Dänemark; † 10.03.1910 Leipzig

Professor Dr. h.c. Carl Heinrich Carsten Reinecke war Pianist, Komponist und Kapell­meister in Kopen­hagen, Barmen2) und Leipzig.

Carl Reinecke erhielt seine musikalische Ausbildung vor allem von seinem Vater Rudolf Reinecke (1795–1883) in Altona. Schon 1835 trat er als Solist auf. Später wirkte er unter anderem als Hof­pianist in Kopenhagen, als Lehrer am Konservatorium Köln, als Musik­direktor und Dirigent in Barmen sowie als Universitäts­musik­direktor in Breslau.

Gewandhaus-
kapellmeister

Im Jahr 1860 wurde er Gewandhaus-Kapellmeister in Leipzig. Er galt als konservativ, der Deutschen Romantik eng verhaftet, als hervor­ragender Interpret der Klavier­werke von W. A. Mozart (1756–1791) und Förderer der Werke von R. Schumann (1810–1856) und F. Chopin (1810–1849). Der neueren Musik von R. Wagner (1813–1883), F. Liszt (1811–1886) oder H. Berlioz (1803–1869) hingegen war er ganz verschlossen. Es ist sicher bezeichnend, dass die Ur­aufführung der 7. Sinfonie von A. Bruckner (1824–1896) am 30.12.1884 unter Kapell­meister A. Nikisch (1855–1922) im Neuen Theater stattfand – nicht im Gewand­haus unter Reinecke.

Im Jahr 1895 schied Carl Reinecke aus dem Amt des Gewandhaus-Kapell­meisters, das er 35 Jahre lang führte, aus. Sein Nach­folger wurde A. Nikisch.

Von 1860 bis 1902 lehrte Reinecke am Konservatorium der Musik, wo er seit 1897 als Studien­direktor wirkte.


Grabstätte Vollbild (286 kB!)

Am 10. März 1910 starb Professor Carl Reinecke im Alter von 85 Jahren in Leipzig. Er wurde auf dem Leipziger Süd­friedhof beigesetzt (V. Abteilung).

Reinecke hinterließ Opern und Sinfonien, Kammer- und Klavier­werke, Lieder und Chor­musik. Seine Kompositionen orientieren sich stilistisch an den Werken von J. Brahms (1833–1897), F. Mendelssohn Bartholdy (1809–1847) und R. Schumann.

Im Jahr 1910 wurde eine Straße im Leipziger Stadt­teil Neulindenau nach Professor Carl Reinecke benannt (Reinecke­straße).

Weblinks

Quellen

1) bis 1867 zum Königreich Dänemark, danach Königreich Preußen; seit 1937 zur Stadt Hamburg
2) heute zu Wuppertal
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