
Die Neusellerhäuser Straßenbahntrasse wurde im Jahr 1898 von der (blauen) Großen Leipziger Straßenbahn zur Erschließung der ehemaligen Gemeinde Neusellerhausen und der Volkmarsdorfer Straßenhäuser angelegt.
Die Trasse zweigt von der Reudnitzer Straßenbahntrasse an der Einmündung der Wurzner Straße (zwischenzeitlich: »Erich-Ferl-Straße«) in den Übergang der Dresdner Straße (zwischenzeitlich: »Straße der Befreiung 8. Mai 1945«) in die Breite Straße ab und führt entlang des südlichen Abschnitts der Wurzner Straße sowie der (»unteren«) Torgauer Straße bis zur Kreuzung der Torgauer Straße mit der Eisenbahnstraße (zwischenzeitlich: »Ernst-Thälmann-Straße«), wo sie in die Neuschönefelder Straßenbahntrasse einmündet.

Bereits einen Tag eher, am 23.07.1898, hatte die konkurrierende (rote) Leipziger Elektrische Straßenbahn ihre Sellerhäuser Straßenbahntrasse in Betrieb genommen, die auf einem Teilstück auch Gleise der Neusellerhäuser Straßenbahntrasse nutzte, indem sie, vom Marienplatz kommend, aus der Kirchstraße (später: »Alfred-Kindler-Straße«, heute: Hermann-Liebmann-Straße) kommend in die nördliche Wurzner Straße einbog und diese auch über die Einmündung der Torgauer Straße hinaus befuhr.
Vom 26.12.1899 bis 30.09.1919 führte die Linie »K« aus Kleinzschocher kommend entlang der Neusellerhäuser Straßenbahntasse, deren Symbol bis Mai 1906 ein roter Buchstabe »K« auf weißer Kreisscheibe mit rotem Rand war. Danach wurde die Linie mit einem schwarzen Buchstabe auf weißer Kreisscheibe gekennzeichnet.
Nach der Übernahme der »Leipziger Elektrischen Straßenbahn« durch die Große Leipziger Straßenbahn zum 01.01.1917 wurde die Neusellerhäuser Straßenbahntrasse am 01.10.1919 vorübergehend stillgelegt.