Konstantinstraße

Die Konstantinstraße (Konſtantinſtraße)? ist eine Anliegerstraße im Leipziger Osten. Sie liegt auf den Gemarkungen Reudnitz (Hausnummern 1 bis 21 und 2 bis 16) und Neuschönefeld (Hausnummern 23 bis 31 und 20 bis 28) und hat den amtlichen Straßenschlüssel 02100.

Die 362 Meter lange Straße beginnt in Reudnitz an der Kohlgartenstraße und führt zunächst geradlinig nach Nordosten. Dabei kreuzt sie die Luther­straße (auf der Trasse der bis 1878 betriebenen Verbindungs­bahn) und im weiteren Verlauf die hier verrohrte Östliche Rietzschke, die ursprünglich die Grenze zu Neu­schönefeld war. Nach wenigen Metern tritt sie in die Gemarkung Neu­schönefeld, wendet sich direkt nach Norden, nimmt die nach Osten führende Lorenz­straße (ursprünglich »Rudolph­straße«) auf und mündet schließlich auf die Eisenbahn­straße (1945–1991 »Ernst-Thälmann-Straße«). Die gerad­zahligen Hausnummern befinden sich auf der südöstlichen Straßenseite. Seit dem 1. Juli 1993 gehört die Straße zum Postleitbezirk 04315.


Hetzel 1864
Die Philippstraße ist grünlich hinterlegt; der Verlauf der späteren Constantin­straße rötlich.

Die Straße besteht aus zwei historisch völlig unterschiedlichen Teilen: nördlich der Rietzschke befand sich in Neuschönefeld die »Philipp­straße«, südlich der Rietzschke die »Constantin­straße«.

Die Philippstraße (Philippſtraße) wurde bereits in den 1840er Jahren mit der späteren Gemeinde Neuschönefeld auf Grundstücken angelegt, die der Leipziger Kaufmann Carl Lampe (1804–1889) vom Rittergut Schönefeld gekauft hatte, und nach dessem Sohn Philipp Victor Lampe (1839–1871) benannt. Sie war beidseitig dicht bebaut, wobei die Nummerierung umlaufend erfolgte: auf der West­seite von Nord nach Süd die Nummern 1 bis 5, dann über die Straße springend, und auf der Ost­seite von Süd nach Nord die 6 bis 10.

Die Constantinstraße (Conſtantinſtraße) wurde 1865 bis 1867 auf Reudnitzer Grundstücken des Guts­besitzers Constantin Schulze (1813–1865) angelegt und nach ihm benannt. Das Neue Adreß­buch für Reudnitz auf das Jahr 1869 bezeichnet die Straße als noch unbebaut, ein Plan von März 1888 zeigt nur die Häuser 12, 14 und 16.

Nach der Eingemeindung von Neu­schönefeld in die Stadt Leipzig zum 1. Januar 1890 musste die Philipp­straße umbenannt werden, da es den Straßen­namen mehrfach gab.

Nachdem im Jahre 1902 der Gymnasiallehrer Dr. Konrad Duden (1829–1911) eigenmächtig Vor­namen der deutschen Rechtschreibung unterwarf, änderte sich die Schreibweise des Straßen­namens »Constantin­straße« zu Konstantin­straße. Das Leipziger Adreß­buch benutzt im Jahrgang 1905 erstmals diese Form.

Am 15. April 1905 wurde beschlossen, die Neu­schönefelder Philipp­straße mit Wirkung vom 1. Januar 1906 an die Reudnitzer Konstantin­straße anzuschließen. Damit entstand der heutige Straßen­zug, die Häuser der vormaligen Philipp­straße erhielten in Ver­längerung der Konstantin­straße neue Hausnummern.

Im zweiten Weltkrieg wurden unter anderem die Häuser Konstantin­straße Nr. 20 und 22 sowie 23, 25 und 27 völlig zerstört. Bis 1980 wurden auch die anderen Häuser nördlich der Lorenz­straße abgebrochen und in die Gestaltung einer Grün­anlage einbezogen, die am 12. September 1981 den Namen Otto-Runki-Platz erhielt.

Seit dem 22. Mai 1991 gehört der südwestlich der Luther­straße gelegene Teil der Konstantin­straße (Hausnummern 1 bis 3 und 2 bis 4) zum Erhaltungs­gebiet »Medien­stadt«.

Bei der Einführung der Kommunalen Gliederung zum 18. März 1992 wurde die (überwiegend im Stadt­teil Reudnitz liegende) Konstantin­straße dem Ortsteil Neu­stadt-Neu­schönefeld zugeordnet.

Seit dem 10. Dezember 2003 gehört der in Neu­schönefeld gelegene Teil der Konstantin­straße (Hausnummer 29) zum älteren Sanierungsgebiet »Neustädter Markt«.

Quellen

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