Goerdelerring

Der Goerdelerring (amt­licher Straßen­schlüssel 01007) ist der nord­west­liche Ab­schnitt des Leipziger Innen­stadt­rings (Orts­teile Zentrum [Haus­nummern 20 bis 24] und Zentrum-West [Haus­nummern 3 bis 9, Zählung von Nord nach Süd], Gemarkung Leipzig).


Openstreetmap

Die 832 Meter lange Straße beginnt als nörd­liche Ver­längerung des Dittrich­ringes in Höhe der von Süd­westen kommenden Käthe-Kollwitz-Straße (hier ur­sprünglich »Promenaden­straße«) und führt in nord­östliche Richtung, nimmt dabei die von Westen kommende Lessing­straße auf und geht in Höhe des von Westen kommenden Ran­städter Stein­wegs (1951–1956 »Straße der III. Welt­fest­spiele«, 1956–1991 »Friedrich-Ludwig-Jahn-Allee«, 1991–2006 »Jahn­allee«) und der von Norden kommenden Pfaffen­dorfer Straße (1951–1991 »Dr.-Kurt-Fischer-Straße«) in den nach Osten führenden Tröndlin­ring über. Die beiden je drei­spurigen Richtungs­fahr­bahnen werden durch den Gleis­körper der Straßen­bahn getrennt. Seit dem 1. Juli 1993 gehört die Straße zum Post­leit­bezirk 04109.

Ursprünglich befand sich an Stelle des Goerdeler­rings eine Frei­fläche (das glacis) zwischen den Verteidigungs­anlagen der Stadt und dem Pleiße­mühl­graben, die hier, vor dem Ran­städter Tor, besonders breit war. Diese Fläche wurde schritt­weise zu zwei1) Plätzen um­gestaltet: süd­lich des Ran­städter Stein­wegs befand sich der Fleischer­platz (Fleiſcherplatz)?, nördlich der Schul­platz (Schulplatz). Beide lagen außer­halb des Promenaden­rings.

Am 1. August 1945 wurde der Fleischer- und Schul­platz zusammen­gefasst und gemeinsam in Friedrich-Engels-Platz um­benannt (nach dem Philo­sophen Friedrich Engels, 1820–1895).

Im Sommer 1964 wurde die Ein­mündung des Tröndlin­rings in den Friedrich-Engels-Platz und die Verkehrs­führung grund­legend verändert: die Um­fahrung des kriegs­zerstörten Alten Theaters im Norden (Tröndlin­ring) und Süden (Richard-Wagner-Platz / Brühl) wurde durch eine direkte Kreuzung des Ost-West-Straßen­zuges Friedrich-Ludwig-Jahn-Allee / Tröndlin­ring mit dem Nord-Süd-Straßen­zug Dr.-Kurt-Fischer-Straße / Friedrich-Engels-Platz ersetzt. Die Verkehrsanbindung des Friedrich-Engels-Platzes an den Richard-Wagner-Platz und Brühl wurde aufgegeben.

Am 19. November 1991 wurde beschlossen, den Friedrich-Engels-Platz mit Wirkung vom 1. Januar 1992 in Goerdeler­ring umzubenennen (nach dem ehemaligen Ober­bürger­meister der Stadt Leipzig Dr. Carl Goerdeler, 1884–1945).

Im Gebäude Goerdelerring 7 befindet sich die Haupt­wache der Leipziger Berufs­feuer­wehr.

Im Sommer 2004 wurde die Fuß­gänger­brücke über den Goerdeler­ring abgebrochen.

Quellen

Fußnote:
  1) sowohl das Lexikon Leipziger Straßennamen als auch das Stadtlexikon Leipzig von A bis Z zählen vier Plätze und rechnen auch »Löhrs Platz« und den »Theater­platz« hinzu, obwohl diese heute »Tröndlin­ring« und »Richard-Wagner-Platz« heißen und zwar an den Goerdeler­ring grenzen, aber eben doch eigene Straßen und Plätze sind
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