Apels Garten

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Apels Garten war im 18. / 19. Jahrhundert ein barocker Bürgergarten westlich der Stadt Leipzig. Er wurde im Norden und Osten von Pleißemühlgraben und Diebsgraben, im Süden und Westen von der Alten Pleiße begrenzt. Der Garten erstreckte sich fächerförmig auf dem Gebiet der heutigen Inneren Westvorstadt, wobei sein Mittelpunkt, der heutige Dorotheenplatz, über einen Hauptweg (später: »Dorotheenstraße«, heute: Otto-Schill-Straße) und eine Brücke über den Pleißemühlgraben an die Promenade angeschlossen war. Von diesem Zentrum führten drei Gartenwege nach Südwest (heute: Reichelstraße), West (heute: Kolonnadenstraße) und Nordwest (heute: Elsterstraße).

Der Leipziger Fabrikant und Handelsherr A. D. Apel (1662-1718) erbte im Jahr 1700 den Bieringschen Garten und erweiterte ihn um die südlich gelegene Schlosswiese. Auf dem vorderen Teil des durch den Mühlgraben geteilten Gesamtgrundstücks ließ er eine Manufaktur, Färberei und Wohngebäude für die Arbeiter errichten. Im hinteren, viel größeren Teil entstand ab 1717 ein Barockgarten, der durch den Landbaumeister D. Schatz (1667-1750) anlegt wurde. Vier Statuen (Juno, Jupiter, Mars und Venus), von denen noch zwei erhalten sind, wurden vom Bildhauer B. Permoser (1641-1732) geschaffen.

Im Garten fand seit 1714 alljährlich das Fischerstechen statt, im Jahr 1723 blühte hier erstmals der Kaffeebaum. Seit 1756 veranstaltete das Große Concert in Apels Garten Sommerkonzerte.

Im Jahr 1770 wurde Apels Garten versteigert. 1786 kam er an den Kaufmann E. T. Reichel (1748-1832) und hieß danach Reichels Garten. Das Manufakturgebäude ließ er 1797 durch ein Eingangsgebäude ersetzen. Im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts wurde das Badehaus Petersbrunnen in Reichels Garten erbaut.

E. T. Reichels Enkel, der Rechtsanwalt C. Heine (1819-1888) ließ den Garten in der Mitte des 19. Jahrhunderts parzellieren und schrittweise mit der heutigen Inneren Westvorstadt bebauen.

Im Jahr 1923 wurde eine Straße in der Inneren Westvorstadt nach Apels Garten benannt (Apels Garten).

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