Das neue Bachdenkmal


Neues Bachdenkmal Vollbild (66,7 kB!)

Das neue Bachdenkmal ehrt den Komponisten und Thomaskantor J. S. Bach (1685-1750). Es gilt als eine Sehenswürdigkeit der Stadt.

Das Denkmal befindet sich auf Thomaskirchhof südlich der Thomaskirche anstelle des von 1883 bis 1906 dort befindlichen Leibnizdenkmals.

Auf einem 3,20 m hohen Kalksteinsockel, der vom Leipziger Architekten und Stadtbaurat O. W. Scharenberg (1851-1920) entworfen wurde und den Namen des Geehrten trägt, befindet sich eine 2,45 m hohe Bronzestatue, die vom Leipziger Bildhauer C. Seffner (1861-1932) entworfen und von der Firma Noack & Brückner gegossen wurde. Sie zeigt den Thomaskantor vor einer (allerdings völlig ahistorisch im Jugendstil geschmückten) Orgel stehend, die rechte Hand, eine Notenrolle umfassend, zum Dirigieren erhoben, die linke Hand gerade vom Orgelmanual gelöst - also mitten in der Arbeit. Der lange Staatsrock ist offen; die Jacke nur unvollständig zugeknöpft. Auf der Rückseite der Orgel befindet sich ein Flachrelief, das die alte Thomasschule, von Westen gesehen, zeigt.

Bereits im Jahr 1885, anlässlich des 200. Geburtstages Bachs, wurde über ein zweites Denkmal für den Thomaskantor nachgedacht. Doch erst 1894, nach Beginn der Umbauarbeiten der Johanniskirche, der in diesem Zusammenhang erfolgten Wiederentdeckung und Überbauung von Bachs Grab sowie der Identifizierung seines Schädels durch Seffner, wurden die Projekte konkreter. Die Gebeine wurden gemeinsam mit denen des Dichters C. F. Gellert (1715-1769) in der neu geschaffenen Bach-Gellert-Gruft im Altarraum der Johanniskirche beigesetzt und zwei Bronzetafeln in den Kirchboden eingelassen. Für Gellert befand sich bereits ein Epitaph, der dessen Büste zeigte, rechts vom Altar. Deshalb sollte ein von Seffner geschaffenes Denkmal für Bach auf der linken Seite des Altars aufgestellt werden. - Später wurde der Plan eines Bachdenkmals in der Johanniskirche aufgegeben; das ursprünglich von Seffner geplante Standbild wurde aus Kostengründen auf eine Büste reduziert. Seit 1899 wurde ein heftiger Standortstreit geführt, bei dem man neben der Johanniskirche auch verschiedene Orte an Thomaskirche und Thomasschule als Bachs langjährige Wirkungsstätten diskutierte.

In den Jahren 1901 / 1902 wurden 5.000 Goldmark aus dem Nachlass des Leipziger Kaufmanns F. D. Grassi (1801-1880) für das neue Bachdenkmal entnommen. Der Standortstreit wurde schließlich im Jahr 1906 zugunsten der Position des Leibnizdenkmals auf dem Thomaskirchhof entschieden.

Das neue Bachdenkmal wurde am 17.05.1908 (Sonntag Kantate) enthüllt. Seine Gesamtkosten in Höhe von 50.000 Goldmark wurden je zur Hälfte durch die Stadt Leipzig und durch private Spender getragen.

Seit dem 08.01.2004 ist das neue Bachdenkmal Motiv des 0,40 €-Werts der Rollenmarken-Dauerserie »Sehenswürdigkeiten« der Deutschen Post AG.

Quellen

Fußnote:
1) fand sich im hochkarätigen Lexikonbeirat Keiner, der den grausigen Plural entschärfen konnte?

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