Müller, Carl Wilhelm

* 15.09.1728 Knauthain1); gestorben28.02.1801 Leipzig
Gemälde: Carl Wilhelm Müller
C. W. Müller Vollbild (39,1 kB) und Lizenz

Der kurfürstlich sächsische Geheime Kriegsrat Dr.jur. Carl Wilhelm Müller war Jurist und Bürgermeister (seit 1778) der Stadt Leipzig.

Müller lernte an der Fürstenschule Pforta, bevor er von 1741 bis 1750 an der Universität Leipzig Jura, Geschichte und Philosophie studierte. Dann arbeitete er als Advokat am Oberhofgericht in Leipzig.

Im Jahr 1759 wurde er in einen der drei Leipziger Räte gewählt. Im Jahr 1771 wurde er Stadtrichter, im Jahr 1775 Ratsbibliothekar und im Jahr 1776 Baumeister und Proconsul. Außerdem war er zeitweilig Polizeidirektor der Stadt Leipzig und Beisitzer des Schöffenstuhls in Leipzig.

Im Jahr 1773 wurde Müller als Stadtrichter von A. Graff (1736-1813) in Öl porträtiert.

Als Bürgermeister des »sitzenden Rats« war er Regierender Bürgermeister in den Jahren 1778/79, 1781/82, 1784/85, 1786/87, 1788/89, 1790/91, 1792/93, 1794 (Februar-August; außerplanmäßig nach dem Tode von A. C. Wendler [1734-1794] bis zur Neuwahl), 1795/96, 1797/98 und 1799/1800.

Am 27.04.1780 schlug Müller den Einbau eines Konzertsaals über den Tuchboden des (ersten) Gewandhauses (Gewandgäßchen) vor, der im Jahre 1781 fertiggestellt wurde. Außerdem regte er die Anlage des Englischen Parkes vor dem Hallischen Zwinger seit 1784 an. Beide Vorhaben wurden durch den Baudirektor der Stadt J. C. F. Dauthe (1746-1816) umgesetzt. Außerdem begründete Müller die Ratsfreischule (1792) und die (1.) Bürgerschule (1796) der Stadt.

Am 28.02.1801 starb C. W. Müller im Alter von 72 Jahren in Leipzig.

Am 09.11.1801 versteigerte der Auktionator A. Weigel (1773-1846) die »Bibliothek des unlängst verstorbenen Herrn D. Karl Wilhelm Müllers«, welche »Bücher aus allen Wissenschaften« enthielt; es ist anzunehmen, dass es sich um den Bürgermeister handelte. Der gedruckte Katalog umfasst insgesamt 12.665 Nummern auf insgesamt 711 Seiten.

Zum Gedenken an C. W. Müller wurde im Jahr 1819 das Bürgermeister-Müller-Denkmal in den Grünanlagen zwischen der heutigen Richard-Wagner-Straße und dem heutigen Willy-Brandt-Platz, die Reste des von ihm angeregten Englischen Parks sind, errichtet.

Quellen

Fußnote:
 1) im Gebäude mit der heutigen Adresse Ritter-Pflugk-Straße 20
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