Jabłonowski, Józef Aleksandr

* 04.02.1712 Tychomla / Wolhynien; gestorben01.03.1777 Leipzig

Józef Aleksandr Jabłonowski (deutsche Namens­form auch: Joseph Alexander von Jablonowsky) war polnischer Reichs­fürst und Gelehrter in Leipzig.

J. A. Jabłonowski war nach dem Tode des Königs von Polen August III. (1696-1763, als »Friedrich August II.« Kur­fürst von Sachsen) ein Anwärter auf den polnischen Thron, den jedoch im Jahr 1764 sein Konkurrent Stanisław II. August Poniatowski (1732-1798) erhielt. Seit 1768 lebte er in Leipzig.

Im Jahr 1768 begründete J. A. Jabłonowski eine wissen­schaftliche Gesell­schaft in Leipzig, die im Jahr 1774 vom Kur­fürsten von Sachsen Friedrich August III. (1750-1827; seit 1806 König von Sachsen) unter dem Namen »Fürst­lich Jablonowski­sche Gesell­schaft« (Societas Jablonoviana) bestätigt wurde.

Im Jahr 1773 kaufte J. A. Jabłonowski den Gasthof Zum Kur­prinz (spätere Adresse: Roß­platz 8/ Kurprinz­straße 1), in dem er bis zu seinem Tode lebte.

J. A. Jabłonowski beauftragte den Leipziger Maler und Bild­hauer A. F. Oeser (1717-1799) mit der Schaffung eines Denkmals für den regierenden Kur­fürsten Friedrich August III., das er vor seinem Haus aufstellen lassen wollte. Nach dem Tod Jabłonowskis ver­anlasste der Rat der Stadt Leipzig die Fertig­stellung des Denk­mals, das am 03.08.1780 auf dem heutigen Wilhelm-Leuschner-Platz enthüllt wurde und nach 1806 den Namen Königs­denkmal erhielt.

Das Grabmal von J. A. Jabłonowski befand sich in der römisch-katholischen Hof­kapelle in der Pleißen­burg. Sein Herz wurde in einer Urne aus weißem Marmor aufbewahrt. Sie stand auf einem Stein mit folgender lateinischen Inschrift: »Apud eos cor suum hac in urna quiescere voluit, quos dilexit.«1)

Im Jahr 1880 wurde eine Straße in der süd­östlichen Leipziger Vor­stadt nach Reichs­fürst J. A. Jabłonowski benannt (Jablonowski­straße).

Quellen

Fußnote:
 1) »Er wollte, dass sein Herz in dieser Urne bei denjenigen ruhe, die er liebte«.
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