Thümmelstraße

Die Thümmelstraße (Thümmelſtraße)? war eine Anliegerstraße im Leipziger Stadtteil Neuschönefeld. Sie lag auf der Gemarkung Neuschönefeld und hatte den amtlichen Straßenschlüssel 02112.

Die Straße begann an der Eisenbahn­straße (1945–1991 »Ernst-Thälmann-Straße«) und führte geradlinig nach Süden. Dabei kreuzte sie die Konrad­straße (hier ursprünglich »Sophien­straße«) und mündete schließlich in die Otto-Runki-Straße (ursprünglich »Clara­straße«, 1907–1945 »Adelheid­straße«). Die geradzahligen Hausnummern befanden sich auf der westlichen Straßenseite. Seit dem 1. Juli 1993 gehörte die Straße zum Postleitbezirk 04315.

Die Straße wurde in den 1840er Jahren mit der späteren Gemeinde Neuschönefeld auf südlich der Dresdner Eisenbahn liegenden Grundstücken angelegt. Sie erhielt zunächst den Namen Friedrichstraße (Friedrichſtraße).

Nach wem die Friedrichstraße benannt wurde, bleibt unklar. Bei Weißbach (S. 12) wird vermutet, bei Stein sogar behauptet, dass die Benennung nach einem Sohn des Leipziger Kaufmanns Carl Lampe (1804–1889) erfolgt sei. Allerdings kennt Hohlfeld nur sechs Kinder Lampes, und ein Friedrich ist nicht dabei. Auch hatte Lampe nur reichlich die Hälfte des späteren Neu­schöne­feld gekauft, und konnte sicher nur in »seinem« Areal Straßen benennen. – Entweder benannte ein anderer Grundstückseigentümer die Friedrichstraße nach sich oder seinem Sohn; oder der Neuschönefelder Gemeinderat benannte die Straßen im »Streu­besitz« selbst und nutzte dabei das Vornamen­muster Lampes, aber ohne eine konkrete Person zu meinen.

Bei der Eingemeindung von Neuschönefeld in die Stadt Leipzig zum 1. Januar 1890 gab es den Straßennamen »Friedrich­straße« schon: in der Ostvorstadt seit 1839. Mit den Eingemeindungen von Connewitz und Plagwitz zum 1. Januar 1891 kamen noch zwei weitere »Friedrich­straßen« hinzu. Daher machten sich Umbenennungen erforderlich.

Am 8. April 1905 wurde beschlossen, die Neuschönefelder Friedrichstraße mit Wirkung zum 1. Januar 1906 in Thümmelstraße umzubenennen. Damit wurde an den Dichter und Schriftsteller Moritz August von Thümmel (1738–1817) erinnert, der in Schönefeld geboren wurde.

Als 1976 die Arbeiten zur Anlage des Stadtteil­parks Rabet begannen, war auch ein Teil der Thümmel­straße betroffen. In den Folge­jahren wurde der gesamte Abschnitt südlich der Konradstraße (Hausnummern 11–21 und 10–16) abgebrochen und in die Grün­anlage einbezogen.

Bei der Einführung der Kommunalen Gliederung zum 18. März 1992 wurde die Thümmelstraße dem Ortsteil Neu­stadt-Neu­schönefeld zugeordnet.

Seit dem 17. August 1992 gehörte der verbliebene Teil der Thümmelstraße (Haus­nummern 1 bis 9 sowie 2 bis 8) zum Sanierungsgebiet »Neustädter Markt«.

Nachdem auch der nördlich der Konradstraße liegende Teil der Thümmelstraße vollständig abgebrochen war (das amtliche Straßen­abschnitts­verzeichnis 1996 kennt nur noch Haus­nummer 1), wurde die Straße im Jahr 2004 zunächst entwidmet. Am 26. April 2006 wurde dann auch der Straßen­name offiziell aufgehoben.

Quellen

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