Merveldt, Maximilian Freiherr von    Reichsgraf

* 29.06.1764; gestorben05.07.1815 London

Reichsgraf Maximilian Friedrich Freiherr von Merveldt war österreichisch-ungarischer Militär und Diplomat. Er nahm als kommandierender General an der Völkerschlacht bei Leipzig teil.

Seit 1782 diente er in der kaiserlichen Armee. Als Rittmeister kämpfte er 1788/1789 gegen die Türken. Im Jahr 1790 wurde er Major, nach der Schlacht bei Neerwinden vom 18.03.1793 Oberstleutnant; und noch auf dem Feld der Schlacht von Landrecy vom 22.04.1794 wurde er zum Oberst ernannt.

Für seine militärischen Verdienste erhielt Graf Merveldt am 07.07.1794 (34. Promotion) das Ritterkreuz des Maria-Theresien-Ordens.

Im Jahr 1796 wurde er zum Generalmajor befördert und erhielt das 1. Ulanenregiment. Im Jahr 1799 wurde Graf Merveldt zum Feldmarschall-Leutnant befördert.

Von 1806 bis 1808 war Graf Merveldt österreichisch-ungarischer Botschafter in St. Petersburg. Hier heiratete er Maria Theresia geborene Prinzessin von Dietrichstein zu Nikolsburg, geschiedene Gräfin Kinsky von Wchinitz und Tettau (1768-1822).

Von 1808 bis 1813 diente Graf Merveldt als Divisions-Kommandant in Galizien und Mähren. Im Juli 1813 wurde er zum General der Kavallerie und Kommandanten der Festung Theresienstadt ernannt.

Nur wenige Wochen später erhielt Graf Merveldt das Kommando über das zweite Korps der österreichischen Hauptarmee. In dieser Funktion nahm er im Oktober 1813 an der Völkerschlacht bei Leipzig teil.

Im Gefecht bei Dölitz am 16.10.1813 geriet Graf Merveldt in französische Gefangenschaft. Er wurde freigelassen, als er Kaiser Napoléon (1769-1821) versprach, nicht mehr gegen ihn zu kämpfen, und mit einem Angebot Napoléons zum Waffenstillstand zu seinem obersten Feldherrn, dem Kaiser von Österreich Franz I. (1768-1835) zurückgeschickt. Graf Merveldt hielt sich an sein Ehrenwort und verbrachte den Rest der Völkerschlacht kampflos an der Seite des Kaisers von Österreich.

Im Januar 1814 wurde Graf Merveldt zum außerordentlichen Botschafter Österreich-Ungarns in London ernannt. In diesem Amt starb er am 05.07.1815 im Alter von 51 Jahren in London.

Im Jahr 1903 erhielten eine Straße und ein Platz in der geplanten Gartenstadt Alt-Lößnig den Namen Graf Merveldts (»Merveldtplatz« [heute Rembrandtplatz] und »Merveldtstraße« [heute Rembrandtstraße]) - beide wurden im Jahr 1950 umbenannt. Das 1913 auf dem Merveldtplatz errichtete Österreicherdenkmal Lößnig erinnert aber noch heute an ihn.

Quellen