Fischer, Rudolf

* 13.07.1913 Leipzig; gestorben29.07.2003 Leipzig

Professor Rudolf Karl Fischer war Pianist, Musik­pädagoge und Hochschul­lehrer in Leipzig.

Von 1928 bis 1933 studierte er am Landes­konservatorium der Musik zu Leipzig, wo er vor allem die Fächer Klavier, Komposition und Dirigieren belegte. Im Jahr 1933 schloss er sein Studium mit dem Staats­examen ab; im Jahr 1935 absolvierte er die Solisten­prüfung für Klavier.

Im Jahr 1948 wurde R. Fischer Rektor der Musik­hochschule Leipzig. Dieses Amt hatte er bis zum Jahr 1973 inne.

1946/1947 initiierte R. Fischer die Mendelssohn­büste an der Stelle und in Erinnerung an das erste, 1936 von National­sozialisten entfernte Mendelssohndenkmal.

Im Jahr 1964 initiierte er den Internationalen Bach­wettbewerb Leipzig, bis 1973 war er dessen Präsident.

Im Jahr 1968 gründete er den Wett­bewerb für Schüler und Jugendliche »Johann Sebastian Bach«.

Seit 1972 führte er die 1. Meister­klasse für Klavier in der DDR. Im Jahr 1973 wurde R. Fischer ordentlicher Professor.

Von 1968 bis 1974 war er Präsident der Association Européene de Conservatoires, Academies de Musique et Musik-Hochschulen in Genf, seit 1974 war er deren Ehren­präsident.

Im Jahr 1982 wurde er Vize­präsident des Bach­komitees der DDR.

R. Fischer wurde durch zahl­reiche internationale Konzerte, vor allem mit dem Gewandhaus­orchester Leipzig und der Staats­kapelle Dresden, sowie durch Schall­platten-, Rund­funk- und Fernseh­aufnahmen bekannt. Beachtung fand u.a. seine auf mehrere Zyklen verteilte Interpretation aller Klavier­sonaten von L. van Beethoven (1770-1827). Außerdem war Professor R. Fischer anerkannter Juror bei vielen wichtigen internationalen Musik­wettbewerben.

R. Fischer wurde mit dem Vaterländischen Verdienst­orden der DDR ausgezeichnet. Er erhielt den Kunst­preis der DDR, den Kunst­preis der Bach­stadt Leipzig und den Schumann-Preis der Stadt Zwickau. Er war Mitglied der Schumann-Gesell­schaft Zwickau und der Neuen Bach­gesellschaft Leipzig.

Professor R. Fischer hat einen Sohn (Prof. Johannes Rudolf Fischer, * 1936) und zwei Töchter (Claudia, * 1953, und Nanette, * 1960). Er war mit Prof. Eva Fleischer verheiratet und wohnte zuletzt in Leipzigs südlicher Nachbar­stadt Markkleeberg.

Am 29.07.2003 starb Professor Rudolf Fischer im Alter von 90 Jahren in Leipzig.

Quellen

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