Eilenburger Eisenbahn


Verlauf der Eilenburger Eisenbahn in Leipzig

Die Eilenburger Eisenbahn wurde im Jahr 1874 von der privaten Halle-Sorau-Gubener Eisenbahngesellschaft eröffnet. Damit war sie die sechste Eisenbahnstrecke, die die Stadt Leipzig berührte.

Verlauf

Die 23,6 km lange Strecke zweigte in Eilenburg als Seiten-Arm der schon 1872 eröffneten Halle-Sorau-Gubener Hauptstrecke Guben - Cottbus - Falkenberg - Torgau - Eilenburg - Halle/Saale ab und führte über Taucha nach Leipzig. Auf dem heutigen Leipziger Stadtgebiet durchquerte sie die Gemarkungen Portitz, Thekla, Schönefeld, Paunsdorf, Sellerhausen, Stünz, Crottendorf, Anger und Reudnitz. Als Endpunkt in Leipzig diente der Eilenburger Bahnhof, der damals am östlichen Stadtrand lag.

Geschichte

Nachdem die sächsische Staatsregierung am 24.12.1872 die Eisenbahnstrecke von Eilenburg nach Leipzig konzessioniert hatte, begann der Bau der zweigleisigen, ebenerdigen Strecke sowie eines Bahnhofs im Leipziger Vorort Reudnitz. Für die heutige Riebeckstraße wurde eine lange Brücke über die Gleisanlagen errichtet. Am 01.11.1874 wurde die Strecke Eilenburg - Leipzig eröffnet.

Im Jahr 1878 wurde die Alte Verbindungsbahn zwischen der Dresdner und Bayrischen Eisenbahn, die die Eilenburger Eisenbahn unmittelbar vor dem Eilenburger Bahnhof kreuzte, stillgelegt und durch die Neue Verbindungsbahn ersetzt. Diese überquert die Eilenburger Eisenbahn auf einer Brücke.

Im Jahr 1882 wurde die Halle-Sorau-Gubener Eisenbahngesellschaft verstaatlicht und kam an die Preußische Staatseisenbahn.

Noch vor 1891 wurde in Sellerhausen eine Gleiskurve gebaut, die die westliche Dresdner Eisenbahn mit der nördlichen Eilenburger Eisenbahn verbindet. Sie wurde vor 1913 wieder stillgelegt, nachdem die Verbindungsbahn zur Berliner Eisenbahn (über Thekla) fertiggestellt war. Zur Verbesserung der Umsteigebedingungen wurde der Fernverkehr aus Richtung Cottbus und Görlitz seit 1915 über diese Verbindungsbahn zum Hauptbahnhof geführt.

Am 01.04.1920 ging die Eilenburger Eisenbahnstrecke mit der Preußisch-Hessischen Staatseisenbahn in der Reichsbahn auf.

Ab dem 30.08.1924 wurde die Strecke von der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft betrieben.

Im Jahr 1942 wurde der Eilenburger Bahnhof geschlossen, da auch der Nahverkehr nach Taucha zum Hauptbahnhof geführt wurde. Beim Bombenangriff am 04.12.1943 wurde der Eilenburger Bahnhof vollständig zerstört.

Nach der Eilenburger Eisenbahn wurde u.a. die Eisenbahnstraße in Stünz (1898, heute Teil der Rüdigerstraße) benannt.

Literatur

Navigation
Leipzig-Lexikon > Verkehr > Eisenbahn > Eilenburger Eisenbahn